Wie viel Schlaf ist bei Hunden normal?

Gerade noch gemütlich an Frauchen im Bett gekuschelt, sucht der Familienliebling gleich nach der schnellen Gassi Runde am Morgen schon wieder ein Plätzchen. In seinem Körbchen dreht er sich einige Male, legt sich hin, gähnt noch einmal herzhaft und schon sind die Augen wieder zu. So geht das oft den ganzen Tag. Wenn es gerade niemanden zu begrüßen gibt, keine Aussicht auf Spazierengehen besteht oder niemand zum Spielen auffordert, schläft der Hund den ganzen Tag. Am Abend dann kann es dem Schatz dann gar nicht schnell genug gehen – meist liegt er schon vor Frauchen oder Herrchen im Bett und freut sich schwanzwedelnd, dass nun endlich weiter geschlafen wird. Wer sich nun Sorgen macht, dass sein Hund krank sein könnte oder das etwas mit ihm nicht stimmt, der sei beruhigt: Es ist normal, dass die Tiere bis zu 16 Stunden täglich oder sogar noch mehr schlafen.

Schlafen ist nicht gleich schlafen

Auch, wenn ein Hund scheinbar mit geschlossenen Augen daliegt und schläft, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass er wirklich tief und fest schläft. Vielmehr ist diese Ruhe zu einem wirklich großem Teil eher ein Dösen als ein echter Schlaf. Das bemerkt man daran, dass das Tier auf kleinste Geräusche reagiert und sofort auf dem Plan ist, wenn etwas interessant genug ist. Unwichtige Dinge werden nur mit einem kurzen Blinzeln, mit einem wackelnden Ohr oder einem leichten Schnuppern quittiert – doch die Mühe, sich deswegen zu bewegen, macht sich die Fellnase nicht. Doch wehe, an einer Futterdose oder bekannten Leckerli Tüte wird nur mit dem Finger getippt: Schon ist der Hund hellwach, bereit und wedelt freudig mit dem Schwanz. Man kann davon ausgehen, dass im Normalfall von den geschätzten 16 Stunden (ein Mittelwert) nur etwa 3 bis 4 Stunden wirkliche Tiefschlaf Phasen sind. Im Vergleich dazu: Ein Mensch schläft etwa 7 bis 9 Stunden und davon den größten Teil im sogenannten REM Schlaf, also im Tiefschlaf. Dieser ist am erholsamsten, hier regeneriert sich der Organismus am allerbesten.

In der Tiefschlafphase bekommen Menschen wie auch Hunde nicht allzu viel mit. Beide sind weniger anfällig für Störungen, also Geräusche, Bewegungen, Lichter und so fort. Während des Dösens nimmt Mensch und Tier zumindest das Meiste um sich herum wahr, ist quasi nur im Halbschlaf und schnell wieder wach. Der Erholungsfaktor dieser Schlafphasen ist deutlich geringer.

Wiederum unterscheiden sich aber die Auswirkungen von Schlafmangel, vor allem ein Ausbleiben der Tiefschlafphasen bei Menschen und Hunden nicht. Wird zu wenig gesund und gut geschlafen, kommt es zu Erschöpfungszuständen, man wird nervös und stressanfällig, erkrankt schneller und erholt sich schlechter von Krankheiten.

Wo schläft der Hund am besten?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Man möchte meinen, dass wahrscheinlich der enge Kontakt zu seinen Menschen, das Gefühl, das Rudel beisammen zu haben, für den besten Schlaf bei einem Hund sorgen würde. Doch ist das Bett zu eng oder drehen sich die Menschen hin und her und gibt es in Großteilen der Nacht Geräusche (Schnarchen, Fernseher), ist von Tiefschlaf auch beim Hund nicht die Rede.

Es ist ganz klar, dass der Schlafplatz eines Hundes Einfluss auf die Qualität und die Dauer des Schlafes hat. Muss ein Hund draußen im Freien schlafen, wird er weniger Tiefschlafphasen haben, als im Schlafzimmer bei seinem Frauchen oder an seinem vom Welpenalter an gewohnten Körbchen, wo er sich sicher fühlt. Der Hund schläft in der Nacht also umso besser, je ruhiger und sicherer es um ihn herum ist. Daraus resultiert logischerweise:

✔️ In der Nacht verlorener Tiefschlaf muss tagsüber nachgeholt werden.
✔️ Je weniger Tiefschlaf ein Hund „schafft“ umso mehr döst er vor sich hin.
✔️ Hunde, die in der Nacht zu wenig schlafen, werden sich tagsüber zurückziehen, um „auszuschlafen“.

Die Tiefschlafphase beim Hund

Wer noch nie einen Hund hatte, wird sich wundern, was er mit einem Hund im Tiefschlaf alles erleben kann. Im Traumland gefangen, ist fiepen, bellen und japsen bei unseren Fellnasen ganz normal. Auch die Schlafpositionen sind verschieden und manchmal erstaunlich. Kein Hund liegt immer brav zusammengerollt auf seinem Platz – man erwischt sie mal auf dem Rücken, mal auf der Seite, mit heraushängender Zunge und, oft ein schrecklicher Anblick, sogar mit (halb-)geöffneten Augen. All das ist normal und deswegen muss man einen Hund nicht aufwecken. Vielmehr sind dies Zeichen, dass das Tier sich wirklich in einer erholsamen Schlafphase befindet, absolut entspannt ist und sich geborgen und sicher fühlt. Übrigens: Nicht wenige Hunde tun es ihrem Herrchen (und Frauchen?) gleich und schnarchen laut hörbar. Und wenn man sehr entspannt ist, können sich auch Blähungen lösen!

Unterschiede in der Dauer der Tiefschlafphase ergeben sich auch durch die Aktivitäten des Hundes während seiner Wachphasen. Eine Sofa-Potatoe, die sich nur mäßig gern und oft bewegt, schläft also weniger lange sehr tief, sondern döst mehr. Der Hund, der mit Herrchen joggt, mit Frauchen Agility macht und mit den Kindern im Garten spielt, wird dementsprechend länger im Tiefschlaf Erholung suchen.

Wissenswert ist auch noch, dass die Hunde sowohl positive, wie auch negative Erlebnisse in ihrer Tiefschlafphase verarbeiten. Es kommt vor, dass nach einem traumatischen Erlebnis ein Hund aus dem Schlaf hochschreckt, weil er das Erlebte im Traum verarbeitet. Gleichermaßen wiederholt sich aber auch das tolle Ballspiel am Nachmittag noch einmal im Schlaf.

Fazit: Je gesünder und artgerechter ein Hund gehalten wird, umso besser schläft er, was auf Dauer wichtigen Einfluss auf seinen allgemeinen Gesundheitszustand hat. Wir Menschen können auf den Schlaf des Hundes einwirken, indem wir für ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung und frische Luft sorgen – für jedes Tier in seinem individuellen Maße. Auch ein ruhiges Plätzchen und ungestörte Zeiten sind wichtig. Ein strukturierter Tagesablauf ist, wie beim Menschen, von Vorteil. Und: Nicht jeder Hund mag es, bei seinem Menschen im Bett zu schlafen. Ein Plätzchen in Sicht- und Hörweite, gemütlich und groß genug, findet er vielleicht viel besser, als das viel zu warme, enge und laute Bett seiner Besitzer!

Kategorien: Erziehung Hund

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