Wie lange dauert die Trächtigkeit bei Hunden?

Wieder einmal mahnende Worte vorneweg: Die Schwangerschaft einer Hündin ist kein Spaß, kein Abenteuer. Hier handelt es sich um Lebewesen, für die man Verantwortung hat. Gut überlegt und mit der Sicherheit, auch für den Nachwuchs das Beste erreichen zu können, steht der Sache natürlich nichts im Wege. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Angelegenheit Zeit, Geld und Motivation kostet.

Kosten fallen an für

  • Feststellung und Überwachung der Schwangerschaft beim Tierarzt
  • Futterumstellung der Mutter
  • Nahrung für die Welpen
  • den ersten Impfschutz der Welpen
  • evtl. Chippen und Heimtierausweise für die Welpen

Ausstattung für die Geburt und die Aufzucht der Kleinen

Man spielt gleich mit mehreren Leben, wenn man hier ohne Tierarzt ans Werk geht – und ob ein Hund frisst oder noch ein paar kleine Racker dazu, macht im Portemonnaie auch einen großen Unterschied. Ebenso darf der Impfschutz nicht vernachlässigt werden – hier kann man eventuell mit künftigen Besitzern absprechen, dass diese die Kosten selbst tragen.

Zeit muss man einplanen für

  • die letzten Tage der Trächtigkeit, damit die Hundemama nicht alleine werfen muss
  • die ersten Tage nach der Geburt zur Nachsorge bei der Mutter
  • die Versorgung der Welpen bis zu deren Vermittlung
  • Tierarztbesuche


Eine Hundeschwangerschaft kann man nicht nebenbei erledigen. Die Hündin braucht Fürsorge, im letzten Teil der Trächtigkeit auch häufigeres Gassigehen. Schwierigkeiten bei der Geburt können auch bei guter Überwachung auftreten; dann muss jemand in der Nähe sein, der wahlweise selbst informiert und kompetent ist oder wenigstens einen Arzt zu Hilfe holen kann.

Motivation ist erforderlich, um

  • die aufregenden Nächte mit kleinen Welpen zu überstehen.
  • zerbissene Pantoffel und mehr zu ersetzen.
  • manches Malheur in der Wohnung zu vertragen.
  • eventuell Krankheiten, Totgeburten usw. zu verkraften.
  • sich von den Welpen trennen zu können.
  • die erste Erziehung zu gewährleisten.


Ganz viel Liebe und Freude, süße tappsige Hundewelpen und ein unvergessliches Erlebnis sind der Lohn für diesen Aufwand, allerdings bitte eben nur, wenn man ganz sicher ist, keine unerwünschten Lebewesen in die Welt zu setzen. Bei ungewollter Trächtigkeit einer Hündin wendet man sich an Tierärzte oder Tierschutzorganisationen, um gemeinsam mit diesen erfahrenen Leuten einen Ausweg aus der Situation zu finden.

Vor der Trächtigkeit steht die Läufigkeit

Eine Hündin, die nicht läufig ist, lässt sich kaum von einem Rüden decken. Die erste Läufigkeit findet bei den meisten Rassen vor dem ersten Geburtstag statt; nur einige große Hunderassen sind hier später dran. Bei der ersten Läufigkeit ist der Körper der Hundedame meist noch nicht für eine Schwangerschaft ausgelegt. Zuchtvorschriften regeln ganz genau, wann eine Trächtigkeit erfolgen darf – daran sollte man sich auch im Privaten orientieren. Niemals ganz verhindern lässt sich eine Deckung bei einer nicht kastrierten Hündin, die dann aber auch eine Schwangerschaft zur Folge haben kann. Deswegen ist bei späteren Zuchtvorhaben Wachsamkeit geboten, um die zu frühe und somit unerwünschte Trächtigkeit zu vermeiden.

Das eindeutige Signal für die Läufigkeit ist der blutige Ausfluss. Die Hündin leckt sich, um sich sauber zu halten, verstärkt am Hinterteil und ist sehr aufgeschlossen gegenüber männlichen Artgenossen. Während sie außerhalb der Läufigkeit knurrt, beißt und Annäherungsversuche abwehrt, lässt sie diese gerne zu, solange sie „in der Hitze“ ist. Die Läufigkeit endet mit erfolgreicher Deckung oder klingt, sofern die Paarung ausbleibt, langsam ab.

Der Schwangerschaftstest beim Hund

Natürlich kann eine Trächtigkeit bei der Hündin durch einen Labortest nachgewiesen werden. Dieser Nachweis erfolgt auf das Hormon Relaxin, das nur bei der schwangeren Hündin nachweisbar ist – und auch nur dann, wenn mindestens ein lebender Fötus in der Gebärmutter ist. Oft umgehen Tierärzte diesen kostenintensiven Labortest und machen gleich eine Ultraschall-Untersuchung. So kann nach der bestätigten Schwangerschaft auch gleich die Zahl und der erste Gesundheitsstatus der Welpen ermittelt werden. Früh ab dem 18. Tag nach der Deckung, normal aber ab dem 25. Tag lässt sich die Schwangerschaft durch den Sonographen (=Ultraschall) genau diagnostizieren. Röntgenuntersuchungen werden aufgrund der Strahlung nur in besonderen Ausnahmefällen vorgenommen, um eine Trächtigkeit festzustellen.

Nun endlich: Wie lange dauert die Trächtigkeit?

Wichtig für den Hundehalter wäre die Frage, wann der Eisprung der Hündin war. Da das Sperma des Rüden bis zu zehn Tage aktiv bleibt, kann die Deckung vor dem Eisprung oder auch danach erfolgen – und danach richtet sich auch die Dauer der Trächtigkeit. Je nach Hunderasse und Zustand der Hündin (und auch Zahl ihrer Würfe) dauert die Trächtigkeit zwischen 60 und 65 Tagen. Geburten erfolgen laut Studien eher, wenn die Hündin erst nach dem Eisprung gedeckt wurde – und später, wenn die Deckung vor der Ovulation stattfand. So ergeben sich Schwankungen der Trächtigkeitsdauer von zwischen 57 und 68, manchmal auch 70 Tagen.

Spezialfutter für trächtige und säugende Hündinnen

Die erste Zeit der Trächtigkeit macht noch keine besondere Ernährung erforderlich. Ab der dritten bis vierten Woche (der Tierarzt berät gerne) sollte aber ein spezielles Futter gegeben werden. Dies kann zum einen ein extra Produkt für trächtige und säugende Hündinnen sein, oder ein Welpenfutter. Auf diesem steht, sofern es geeignet ist, die Aufschrift „für gravide (=trächtige) und laktierende (=säugende) Hündinnen“ zu lesen, außerdem eine Fütterungsempfehlung für Schwangerschaftsabschnitt und Gewicht der Hundedame. Im zweiten Teil der Trächtigkeit und während des Säugens hat die werdende beziehungsweise frisch gebackene Mama einen hohen Energiebedarf, den man unbedingt in zwei bis drei Portionen am Tag abdecken sollte. Die Gewichtszunahme kann nach dem „Abstillen“ reguliert werden, sofern das die Natur nicht von selbst regelt. Übrigens: Wenige Tage vor der Geburt lässt der Appetit naturgemäß nach. A Tag der Niederkunft frisst das Tier gar nicht – und eventuell auch am nächsten noch nicht sofort. Das ist aber okay und kein Grund zur Sorge.

Noch ein Wort zum Thema Scheinschwangerschaft

Häufiger, als gedacht, kommt es bei weiblichen Hunden zu einer Scheinschwangerschaft. Das bedeutet, wie der Name eigentlich sagt, dass die Hündin alle Zeichen einer Trächtigkeit zeigt, dabei aber keine Embryonen in ihrer Gebärmutter heranwachsen. Die Scheinschwangerschaft erfolgt immer einige Wochen nach einer Läufigkeit, in der es zu keiner erfolgreichen Deckung kam. Die Hormone, die die Läufigkeit verursachen (Progesteron), verschwinden rasch aus dem Körper – und dieser meint nun, eine Geburt hat stattgefunden. Die Milchdrüsen entwickeln sich, Milch wird produziert. Oftmals setzt der natürliche Nestbautrieb ein, die Hündin verteidigt ihre „Arbeit“ manchmal vehement, auch gegen enge Bezugspersonen und sogar Kinder. Sicherheit über das Vorliegen einer Scheinschwangerschaft bekommt man beim Tierarzt – dieser gibt auch Rat, ob man der Natur ihren Lauf lassen kann und die Anzeichen von selbst wieder verschwinden, oder ob mit Hormonbehandlung oder anderen Medikamenten nachgeholfen werden sollte.

Kategorien: Gesundheit Hund
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