Wie gut können Hunde hören?

Tiere sind uns Menschen in vielen Bereichen überlegen und so haben auch Hunde andere Sinneswahrnehmungen als wir.
Zu wissen, wie der eigene Hund tickt, ist sehr wichtig, denn daraus erklären sich viele Verhaltensweisen, die Frauchen oder Herrchen nicht wirklich verstehen können.
Was also kann ein Hund hören und wo schaltet er einfach ab?
Was nimmt er als Bedrohung wahr und wo reagiert er mit Panik oder Angst?
Diesen und weiteren Fragen gehen wir im Folgenden auf den Grund.

Wie hören Hunde im Vergleich zum Menschen?

Die meisten Hundehalter haben schon einmal gehört, dass ihr Vierbeiner ein besseres Gehör hat als sie selbst. Doch was bedeutet ein besseres Gehör? Tatsächlich kann der Hund Schallwellen bis zu einer Frequenz von etwa 1.000.000 Hz. Wahrnehmen.
Der Mensch nimmt diese dagegen nur bis zu etwa 20.000 Hz wahr.
Damit hört ein Hund 5 x besser als sein Besitzer!

Sind Hunde empfindlich bei zu viel Lärm?

Hunde hören nicht nur besser als ihr Mensch, ihr Gehör ist auch viel feiner justiert als das menschliche. Besonders die hohen Frequenzen können sie sehr gut wahrnehmen und empfinden sie oftmals als sehr laut.
Das erklärt, warum Hunde zum Beispiel auf Kinderstimmen mit Bellen oder Knurren reagieren können. Diese sind von der Frequenz weitaus höher als bei Erwachsenen und der Hund kann es schwer einschätzen und vermutlich ist es ihm auch einfach zu laut.
Da er sich nicht die Ohren zuhalten kann, macht er sich auf andere Weise Luft und beginnt zu bellen.
Ebenso ist laute Musik für Hundeohren nicht gut geeignet, daher sollte der CD Spieler oder auch der Fernseher in einer vernünftigen Lautstärke geregelt sein, um den empfindlichen Hundeohren keinen Schaden zuzufügen.
Auch Streitereien empfindet der Hund als unangenehm, hier kommt zusätzlich noch die Körpersprache hinzu, weshalb er sich entweder verzieht oder mit Lauten darauf reagiert. Daher ist auch anschreien, wenn der Hund nicht wie gewünscht reagiert, nicht angesagt. Er empfindest es als Lärm und wird noch weniger reagieren.
Doch auch für den Hundehalter ganz normale Geräusche wie ein Föhn oder Staubsauger können dem Hund unangenehm sein und er beginnt sich zurückzuziehen oder den Gegenstand anzubellen, der ihm Schmerzen bereitet.
Mit diesem Wissen ist es leicht, dem Vierbeiner das unangenehme Geräusch zu ersparen und das Gerät zu nutzen, wenn er sich nicht im Raum befindet.

Wie empfinden Hunde den Lärm eines Gewitters oder an Silvester?

Viele Hundehaltern kennen das große Problem an Silvester, oder wenn ein Gewitter aufzieht. Der Vierbeiner ist nicht mehr vor die Tür zu bekommen und wenn es dann richtig losgeht, sitzt oder liegt er hechelnd und zitternd in der Ecke oder unter dem Tisch und ist ein Häufchen Elend.
Bei einem 5 x feineren Gehör ist es kein Wunder, dass er diese Geräusche als absolute Bedrohung wahrnehmen muss.
Selbst einem Menschen kann das Knallen eines Donners oder einer Rakete ein ungutes Gefühl geben, nicht nur weil er um die möglichen Konsequenzen weiß. Für den Hund ist es vermutlich so, als wenn die Welt zusammenbricht und zusätzlich kann ihm niemand erklären, dass es vorbei geht und nix passiert.
Auch nimmt der Hund Geräusche in viel weiterer Entfernung wahr als der Mensch. Bei ihm liegt die Wahrnehmung bei etwa 21.000 Hertz, beim Hund hingegen bei 60.000 Hertz.
Also auch hier wieder die dreifache Wahrnehmung, durch die er Geräusche hören kann, die dem menschlichen Ohr verwehrt sind.

Wie erträgt der Hund die vielen lauten Alltagsgeräusche?

Die Vierbeiner haben eine sehr interessante und nützliche Art und Weise entwickelt, um mit den für sie unwichtigen Geräuschen umzugehen.
Sie können in der Tat einfach abschalten und nehmen es einfach nicht mehr wahr.
Zum Beispiel wenn ein Hund beim Schnüffeln sehr konzentriert ist, blendet er einfach sämtliche Geräusche um sich herum aus. Daher wirken auch die Kommandos in solchen Fällen oft nicht so gut. Der Hund ist nicht bockig oder störrisch, er hört ganz einfach nicht zu, weil es gerade viel wichtigere Eindrücke aufzunehmen gilt.
Dasselbe gilt für Fernsehgeräte oder Motorengeräusche. Alles, was der Hund nicht als Bedrohung wahrnimmt und was ihn nicht interessiert, wird abgeschaltet.

Hundeerziehung mit Ultraschallwellen

Hunde sind in der Lage, Ultraschallwellen zu hören, weshalb in der Hundeerziehung auch Pfeifen verwendet werden, die auf dieser Frequenz laufen.
Vonseiten des Deutschen Tierschutzbundes wird jedoch davon abgeraten, den Hund mit diesen Geräuschen zu erziehen, da es durchaus zu Schädigungen im Gehör kommen kann.

Die Ohren des Hundes sind mehr als sein Hörorgan!

Ein Hund nutzt seine Ohren nicht nur zum Hören, sondern besonders beim Kontakt mit Artgenossen auch für die Körpersprache.
So bedeuten nach hinten gerichtete Ohren in der Regel, dass der Hund sich dem anderen unterwirft und er zeigt es ihm so an.
Aufgerichtete Ohren dagegen zeugen von Selbstbewusstsein und Überlegenheit.
So können die Tiere sich gegenseitig besser lesen und damit zeigt er auch seinem Menschen, dass er mit der Aufmerksamkeit voll da ist, wenn er die Ohren in dessen Richtung stellt.

Kann ein Hund sein Gehör verlieren?

Wie auch Menschen, so können auch Hunde taub werden. Sei es durch Alter, Krankheit oder ein Trauma, auch der Vierbeiner kann sein Gehör verlieren.
Wenn der Verdacht besteht, kann durch Tests herausgefunden werden, ob das Gehör des Hundes noch intakt ist oder ob er die Befehle und Aufforderungen seines Menschen wirklich nicht mehr versteht.
Wenn dies der Fall ist, müssen Kommandos neu und mit Zeichensprache geübt werden, denn es ist dennoch wichtig, dass er Hund auf seinen Besitzer hört, um nicht in Gefahr zu geraten.
Dennoch wird er vermutlich weiterhin bellen, auch wenn er es selber nicht mehr hören kann.

Das Gehör eines Hundes ist eines seiner wichtigsten Sinnesorgane und es ist sehr sensibel. Als Hundehalter ist es daher wichtig, sich darauf einzustellen und beispielsweise einen Welpen sehr langsam an Geräusche in der neuen Umgebung zu gewöhnen.
Um festzustellen, warum ein Hund auf gewisse Reize und Situationen reagiert, kann es helfen, einen Hundetrainer an die Seite zu holen, um diese zu entschärfen.
Und bei angstmachenden Situationen, wie oben beschrieben hilft ganz viel Liebe und Verständnis.

Denn Hunde hören gerne auf ihren Menschen, auch wenn die Instinkte manchmal stärker sind.

Bild von Deborah Windham auf Pixabay

 

Kategorien: Wissen

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