Wie erkennt der Laie das Alter eines Hundes?

Viele Hunde kommen aus dem Tierschutz nach Deutschland. Ihr Herkunftsland und eine Abschätzung, welche Rassen in der Mischung enthalten sein könnten, sind das einzige, was man vorerst über das Tier erfahren kann. Ein Leben als Straßenhund liegt hinter den meisten dieser armen Kreaturen, meist vor der Tötungsstation gerettet. Das bedeutet, diese Hunde haben jeden Tag ums Überleben gekämpft. Auf der ewigen Suche nach Nahrung, die Hündinnen sozusagen dauer-trächtig, ausgemergelt und dann auch noch für ihre Welpen verantwortlich, haben die Vierbeiner alles andere als ein schönes Leben. Sie existieren in der ständigen Angst, verjagt oder gefangen zu werden, was im letzteren Fall in manchen Ländern den sicheren Tod bedeutet. Doch auch hinter Restaurants bei den Müllcontainern, aus denen sie sich (beispielsweise) ernähren, sind sie nicht gerne gesehen, bekommen Dinge hinterher geworfen, werden verprügelt und so weiter.

Ein solcher Hund hatte schon Glück, wenn er eine Reisemöglichkeit in ein deutsches Tierheim erhält. In den bekannten Ländern arbeiten Tierschutzorganisationen rund um die Uhr und bis zur Selbstaufgabe daran, das Elend, die grassierenden Krankheiten und die stetige Vermehrung unter Kontrolle zu bekommen. Dennoch landen viele Tiere in der Auslandsvermittlung, also in Ländern, in denen der Hund einen anderen Stellenwert hat, geschätzt wird und dementsprechend bessere Lebensumstände zu erwarten hat.

Sitzt ein solcher Hund in einem Zwinger im Tierheim, hat er wahrscheinlich noch nicht einmal ganz begriffen, was mit ihm passiert ist. Eingefangen, gewaschen, geimpft und gegen aktuelle Krankheiten und Parasiten behandelt, wartet das Tier auf seine Kastration oder hat diese gerade hinter sich. Er hat ein schlechtes Fell, marode Zähne und sieht wahrscheinlich unterernährt und klapperdürr aus. Die Frage, wie alt dieser Hund wohl sein mag, kann sich der Besucher, der auf der Suche nach einem neuen Freund fürs Leben ist, wohl kaum beantworten. Ein Tierarzt kann eine Einschätzung abgeben, wobei er sich wahrscheinlich auch nicht ganz festlegen wird. Man kann erahnen, ob ein Hund in diesem Zustand eher 3-4 oder schon 7-8 Jahre alt ist – mehr aber leider nicht.

Ein halbes Jahr später…

Ein wacher Blick, der gespannt seine Umgebung beobachtet, ansonsten aber ganz gelassen auf seiner neuen Lieblingsdecke bei seiner Familie liegt, ist aus dem Tierschutzhund geworden. Keine Parasiten, keine Hauterkrankungen, keine Verletzungen sind mehr zu sehen. Aus dem Knochenhaufen ist ein stattlicher Hund geworden, dessen Fell gesund glänzt, der gepflegte Krallen, gebürstetes Haar und gerichtete Zähne ohne Zahnstein und Co. zeigt. Klar wird eine schlechte Zeit im Leben, wie dieser Hund sie eindeutig miterlebt hat, ihre Spuren hinterlassen – jedoch ist in seinem jetzigen Zustand das Schätzen des Alters viel einfacher, sowohl für einen Veterinär, als auch für einen Laien.

Merkmale, an denen das Alter zu erkennen ist

Mit dem oben geschilderten Beispiel wollten wir aufzeigen, dass es sehr wohl auf den Hund und seine Lebensumstände ankommt, wie alt er aussieht und wie sich dieses Aussehen in Bezug auf sein wahres Alter verhält. Das ideale Leben, in dem ein Hund gepflegt, gefördert und artgerecht gehalten wird, hat leider nicht jedes Tier – übrigens auch in unseren sogenannten zivilisierten Ländern nicht garantiert.

In der Regel kann man an der Aktivität eines Hundes erkennen, ob es sich um ein junges, erwachsenes oder schon im Seniorenalter angekommenes Tier handelt. Doch ein schlecht ernährter Hund, der im Alter von wenigen Monaten schon Entbehrungen und Krankheiten mitmachen musste, hat anderes im Sinn, als zu spielen, Tricks zu zeigen und zu beweisen, wie intelligent und putzig er ist. Nach einer gewissen Erholungsphase kommen aber die altersgerechten Triebe wieder zurück, der Spieldrang blitzt immer öfter wieder durch, ebenso die Abenteuerlust und die Beweglichkeit eines jungen Hundes. Der „geistige“ Zustand eines Hundes kann also bei der Altersbestimmung unter Umständen täuschen.

Das Fell verändert sich

Wie auch wir Menschen, bekommen Hunde im fortgeschrittenen Alter grauer Haare. Ebenso, wie bei uns gibt es aber Vierbeiner, die schon mit drei oder vier Jahren graue Strähnen oder schütteres Haar bekommen – ähnlich dem 30-jährigen Mann mit Stirnglatze und grauen Strähnen an den Schläfen. Im Gegenzug dazu gibt es auch Männer, die mit 60 noch volles Haar haben und –wenn überhaupt – einzelne, interessante graue Haare noch wegfärben könnten, wenn sie das möchten. Es steht also fest, dass sich das Hundefell mit zunehmendem Alter verändert und man daraus auch Schlüsse ziehen kann. Jedoch sind die Gegebenheiten je nach Rasse, Lebensgeschichte und Gesundheitszustand sehr unterschiedlich. Ziemlich sicher lässt sich sagen, dass die ersten grauen Haare am Kopf, vor allem an der Schnauze, zu sehen sein werden. Das kann im Alter zwischen 5 und 7 Jahren sein. Erst nach und nach werden sich auch am Rest des Körpers graue Haare zeigen.

Also bleiben die Zähne…

Als Hinweis zu einer etwas genaueren Altersbestimmung können also letztendlich nur die Zähne genommen werden. Auch diesbezüglich unterscheidet sich ein Gebiss vom anderen. Manche Hunde bekommen tägliche Zahnpflege und haben im hohen Alter noch schöne und vor allem alle Zähne, andere leben eher „naturbelassen“ und haben schon im mittleren Alter einige eklatante Mängel rund um den Kiefer. Zahnstein bildet sich bei allen Hunden irgendwann – die Intensität wird vom Fütterungsverhalten und den Spielgewohnheiten beeinflusst. Nach Trockenfutter und Spielseil Gerangel sehen Hundezähne anders aus, als beim Pudelchen, das nur Nassfutter bekommt und wenig bis keine Zerr- und Beißspiele mag.

Der Tierarzt und erfahrene Tierpfleger mit täglicher Routine können aus dem Aussehen der Zähne beziehungsweise des Gebisses dennoch ein Alter des Tieres abschätzen. Sehr junge Tiere bekommen oder haben ein Milchgebiss, das sich vom Zahnstatus eines erwachsenen Hundes deutlich unterscheidet. Hinweisgebend sind vor allem die Milchschneidezähne; sie sind weiß mit einem bläulichen Stich, an der Krone wie eine Lilie geschwungen geformt und kleiner, als die endgültigen Schneidezähne. Zudem sind sie vergleichsweise spitzig.

Die Schneidezähne eines erwachsenen Hundes sind zunächst weiß, aber ohne diesen leicht bläulichen Schimmer, verfärben sich aber mit zunehmendem Alter gelblich, bei mangelnder Zahnpflege auch braun. Wenn die zweiten Zähne durchbrechen, sind sie zunächst von „Lappen“ überzogen, an deren unweigerlicher Abnutzung das Alter des Hundes zu erkennen ist. Mit spätestens eineinhalb Jahren fehlen diese Lappen an den Unterkieferzangen, ein Jahr später auch an den Mittelzähnen. Innerhalb der nächsten zwei Jahre, also bis zum Alter von viereinhalb Jahren, fehlen die Zahnlappen dann auch an den Zangen und Mittelzähnen des Oberkiefers. Mit sechs Jahren hat der Hund keine Lappen mehr an den Zähnen, auch nicht an den Eckzähnen.

Bei einem gesunden Gebiss zeigt der Hund im Alter von etwa 6 bis 10 Jahren Abnutzungen an den Zähnen selbst. Da die Zerr- und Beißgewohnheiten sich eher auf die Backenzähne auswirken, sind auch hier eher die Schneidezähne als Altershinweis zu gebrauchen – sie zeigen Abnutzungen, eine runde bis ovale Form – und es kann auch schon mal ein Eck abgebrochen sein. Bei den meisten Hunden beginnt ab etwa zehn Jahren (je nach Rasse und Zahnpflege mal früher, mal später) der altersbedingte Zahnverlust, der nicht auf besondere Vorkommnisse zurückzuführen ist.

Fazit: Das genaue Alter eines Hundes lässt sich, wenn es nicht durch Papiere belegt ist, nur sehr schwer bestimmen und wenn überhaupt, nur ungefähr eingrenzen. Wer im Tierheim damit konfrontiert wird, einen Hund aus dem Tierschutz bei sich aufzunehmen, muss diese Entscheidung also nach anderen Kriterien, als dem genauen Alter treffen.

Bild von Manfred Richter auf Pixabay

Kategorien: Erziehung Hund

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