Wann sind Katze und Kater geschlechtsreif?

Sieht man ein Baby Kätzchen, denkt man wahrscheinlich nicht im Entferntesten daran, dass die Tiere irgendwann auch geschlechtsreif werden. Unbeholfen und so unsagbar süß tollen die Kitten durch die Wohnung, erfreuen sich ihres Lebens und sind auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer ihrer spannenden Entdeckungsreise. Daran gewöhnen darf man sich als Katzenhalter aber nicht, denn irgendwann werden die Tiere auch geschlechtsreif. Das erkennt man nicht nur an den eindeutigen, unten näher beschriebenen Merkmalen, sondern auch daran, dass die körperlichen Unterschiede (Größe, Muskulatur usw.) sich nun formen. Dann ist zumindest die theoretische Möglichkeit gegeben, dass das Haustier je nach Geschlecht Nachwuchs nach Hause bringt oder zeugt.

Beides ist meist nicht gewünscht – nicht nur wegen der Vielzahl von Nachkommen, die auf natürliche Weise entstehen würden, sondern auch wegen der unangenehmen Begleiterscheinungen, die der Geschlechtstrieb bei Katzen und Kater einfach mit sich bringt. Nur ein Teil der „Erstversuche“ führt sofort zu Trächtigkeit – der Kater ist noch nicht erfahren und scheitert in seinem Deckungsversuch, die Katze ist noch nicht vollkommen entwickelt und so kommt es auch hier bei der ersten Rolligkeit noch nicht zu einer Schwangerschaft.

Haltungsbedingte Unterschiede

Der Zeitpunkt der Geschlechtsreife hängt unter anderem auch von der Haltung ab. So können Kätzchen, die als Baby sehr krank sind und sich in einem schlechten Allgemeinzustand befinden, dadurch eine Entwicklungsverzögerung erfahren. Während die gleiche Rasse in optimaler Haltung zum Beispiel schon mit einem halben Jahr Junge haben könnte, sind die schlecht gehaltenen Tiere weit hinter ihren Kameraden und Kameradinnen zurück geblieben.

Rassebedingte Unterschiede

Ganz klar gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Katzenrassen. So kann eine Siam Katze bereits vor Erreichen des sechsten Lebensmonats Babys bekommen, während die Perser Katze recht spät dran ist und selten vor dem 8. Monat das erste Mal Nachwuchs bekommt. Für die Zucht ist es wichtig, mit den ersten Kitten zu warten, bis die inneren Organe der Katze vollkommen ausgewachsen sind und auch der Kater seine völlige Männlichkeit erreichen konnte. Für privat gehaltene Rassekatzen gilt das Gleiche, wie für die „normale Hauskatze“: Zur Verantwortlichkeit eines Katzenhalters gehört es unter anderem, unerwünschten Nachwuchs konsequent zu vermeiden.

Die Geschlechtsreife der Katze

Beim Hund „Hitze“ oder Läufigkeit genannt, heißt diese für Halter und Tier anstrengende Phase „Rolligkeit“, oft auch als „Raunze“ zu lesen. Die Bezeichnungen haben ihre Rechtfertigung im Verhalten des Katzenweibchens. Wollen Katzen ihre Fortpflanzungsbereitschaft zeigen, wälzen beziehungsweise rollen sie sich auf dem Boden herum (-> das Tier ist rollig). Weiterhin erklingt ein oft richtig klägliches, durchdringend lautes Miauen, fast schon Schreien von der Kätzin. Unerfahrene Katzenbesitzer sind schon mit ihren Tieren zum Tierarzt gegangen, da sie dachten, die Tiere haben unerträgliche Schmerzen. Dieser kann dann meist Entwarnung geben, wird aber auf die nun anstehende Kastration oder zumindest andere Verhütungsmethoden hinweisen.

In der akuten Phase der Rolligkeit robbt die Katze dann vorwärts über den Boden, das Hinterteil erhoben, den Schwanz zur Seite gestellt, um dem Kater ihre Bereitschaft zur Paarung zu signalisieren. Unangenehmer Nebeneffekt: Die Katze markiert mit ihrem Urin ihre nähere Umgebung – leider nicht nur im Garten beziehungsweise Freien, sondern auch in der Wohnung. Kommt es nicht zur Deckung, kann sich in manchen Fällen eine Dauerrolligkeit entwickeln, die die Katze bald sehr deutlich in Mitleidenschaft zieht.

Die Geschlechtsreife des Katers

Definitiv zu einem Problem bei Wohnungskatzen beziehungsweise teilweisen Freigängern ist das Markieren des Reviers bei einem Kater. Übelriechend und hartnäckig verteilt er seinen Urin nicht nur in seinem gesamten Auslaufgebiet, sondern auch an Wänden, Sofas, Möbeln und menschlichen Schlafplätzen. Überall muss zu riechen sein, dass er der Chef in diesem Revier ist und bitte alle rolligen Weibchen auf ihn warten sollen. Es kommt zu Revierstreitigkeiten, die oft richtig blutig ausgehen können. Der Freigänger kommt in manchen Zeiten oft mehrere Tage nicht nach Hause, weil er alle rolligen Mädels in der Nachbarschaft beglücken möchte / muss.

Rein körperlich macht der Kater nun die Entwicklung vom Buben zum Mann durch. Die Hoden wachsen von eher unscheinbar zu einer deutlichen Größe heran – der Kopf wird markanter, die Muskeln werden ausgeprägter. Lässt man dem Kater seine Natur, ist sein Zuhause nur noch eine Übergangslösung, eine Futterquelle, ein Checkpoint in seiner täglichen Runde.

Kategorien: Tierarzt
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