Mimik und Körpersprache bei Hunden

Mensch und Hund haben unterschiedlich ausgeprägte Sinne – und sprechen auch zwei verschiedene Sprachen, für die es zunächst auch einmal keinen direkten Übersetzer gibt. Eine Art Wörterbuch, um den Hund zu verstehen und dem Tier auch die Intentionen des Menschen mitzuteilen, wurde noch nicht verfasst. Erst im Laufe des Zusammenlebens funktioniert das gegenseitige Verstehen, welches sich nicht ausschließlich auf schnöde Sprachkommandos beschränken wird. Jeder Hundehalter kann bestätigen, dass der Hund ganz genau erkennt, wie sein Mensch gelaunt ist, was er gerade vorhat, wie seine Stimmung umschlägt und so fort. Ebenso weiß der Hundehalter mit einem Blick auf sein Tier, ob es freundlich oder übel gestimmt ist, ob es spielen möchte oder ähnliches. Beiderseits spielen also Körpersprache und Mimik eine sehr wichtige Rolle im täglichen Zusammenleben.

Der Hundekörper als Dolmetscher

1.    Der Schwanz

Nur selten ist die Hunderute wirklich vollkommen im Ruhezustand – das geschieht eigentlich nur in absolut entspannter, meist schlafender Position des Tieres. Ein Blick auf die aktuelle Stellung beziehungsweise Bewegung der Rute ist sehr aussagekräftig, was die momentane Stimmung des Hundes betrifft. Im Prinzip weiß jeder Laie, dass ein Hund wedelt, wenn er sich freut und den Schwanz einzieht, wenn er sich fürchtet. Dass dieser Körperteil aber weitaus mehr Aussagekraft besitzt, ist schon fortgeschrittene Hundesprache.

Ähnlich einem startenden Helikopter wedeln Hunde, wenn sie freudig erregt sind. Die Bewegungen im Hin und Her sind weit und schnell, der Körper bebt im Wedelrhythmus mit. Langsames Wedeln zeigt im Prinzip noch gute Stimmung, kann aber schon Unsicherheit beinhalten oder einen Anflug von Furcht andeuten. Bei manchen Hunden wird etwa das Leckerli von Herrchen oder Frauchen heftigst bewedelt, während es von Fremden eher skeptisch beäugt wird. Letztere Reaktion ist dann von diesem unsicheren, langsamen Schwanzwedeln begleitet, als Zeichen – ich bin dir wohl gesonnen, aber ich vertrau dir nicht zu 100 %. Freudiges Wedeln ist von anderen Körperzeichen begleitet: Tänzeln oder Freudensprünge gehören dazu. Sträubt sich bei heftigem Rutenwedeln das Nackenfell (eventuell über den ganzen Rücken) und fletscht der Hund dabei die Zähne, ist das Wedeln aber ein gefährliches Anzeichen für eine aggressive Reaktion, die ganz kurz bevorstehen kann. Erfahrene Hundehalter kennen die Unterschiede, während Laien einer gewissen Verwechslungsgefahr ausgesetzt sind.

Treffen Hunde aufeinander, sieht man ein anderes Wedeln: Hoch aufgestellt ist die Rute, während sie in meist kleinen Bewegungen hin und her wackelt. Dazu kommen aufgestellte Ohren, ein aufgeregtes Tänzeln um das andere Tier herum bei zeitgleichem Beschnuppern aller Körperregionen. Hier kommt es sehr schnell zu Zeichen von Machtgehabe oder Unterwürfigkeit, denn sehr schnell stellen zwei Hunde im direkten Kontakt, ob sie sich riechen können und wer der Chef im Ring sein soll. Gut erzogene Hunde lassen sich auch in dieser Situation abrufen – unsichere Halter sollten ihre eigene Schwäche gut verbergen, um den Tier den mentalen Rückhalt zu geben, den es nun braucht. Ruhige Kommandos, kein Geschrei, auch kein unnötiges Beschwichtigen – in der Regel kommen die beiden Hunde gut alleine klar und können Fehler der Halter am anderen Ende der Leine nun nicht gebrauchen. Schwer abrufbare und sehr große Hunde sollten in einem händelbaren Geschirr an einer kurzen Leine geführt werden. Es hilft, sie an der ganz kurzen Leine „sitzen“ zu lassen, bis die Gefahr „fremder Hund“ vorbei ist. Keinesfalls darf sich Panik der Menschen auf die Tiere übertragen.

Ein Hund antwortet seinem Halter oft auch mit einer kleinen Wedelbewegung. Gemütlich, scheinbar halb am schlafen, wird der Vierbeiner zwei oder drei Mal eine winzige Schwanzbewegung zeigen, wenn der Mensch ihn anspricht, dabei aber nichts wirklich interessantes (Gassi, Leckerli, Fressenszeit) zu erwarten ist. „Ich hab dich gehört, aber es interessiert mich nicht!“ – so die Aussage dieses Rutenwedelns. Nicht zuletzt wurde das Kupieren (Amputation der Rute beziehungsweise der Ohren) bei Hunden im Jahr 2001 verboten, weil durch diesen Eingriff, der sinnfreie Schmerzen für die Tiere bedeutet, auch die Ausdrucksmöglichkeit für die Hunde verloren ging. Kupierte Hunde mussten quasi mit dem Hinterteil und damit eigentlich mit dem gesamten Körper wedeln – wurden von Artgenossen missverstanden und hatten hohe Belastung der Gelenke und der Wirbelsäule zu ertragen.

2.    Die Ohren

Durch das Spiel seiner Ohren zeigt der Hund verschiedene Eigenschaften. Aufmerksamkeit, Unterwürfigkeit oder auch Aggressivität werden hier ausgedrückt. Nehmen wir erneut den schläfrigen Hund – seine Ohren werden sich mit jedem Geräusch bewegen, einzeln, auf beiden Seiten, stärker oder schwächer, je mehr oder weniger vertraut ihm das Geräusch ist.

Es gibt einen kleinen Unterschied zwischen Hunden mit stehenden beziehungsweise hängenden Ohren – bei den Hängeohren ist die Ausdrucksweise nicht ganz so eindeutig. Neben der Stellung der Ohren muss auch das Verhalten der Rute und des Mauls (Zähne fletschen etc.) berücksichtigt werden. So kann man eindeutig erkennen, ist es aufgeregte Neugier, Freude, Angst und Aggression oder Unterwürfigkeit, die das Tier zum Ausdruck bringen möchte. Auch an den Ohren hat das Kupieren (in etlichen Ländern leider noch erlaubt) üble Nachwirkungen für die Hunde zu bedeuten, vor allem, was Missverständnisse im Erkennen der Körpersprache (Artgenossen und Menschen) betrifft.

3.    Zähne zeigen: zwischen Grinsen und Zähne fletschen

Wenn ein Hund die Zähne zeigt, ist er angriffslustig. Das zumindest ist die weitläufige Meinung der Nicht-Hundehalter. Die Zähne eines Hundes sieht man aber auch, wenn er freudig hechelt oder auf dem Rücken schläft und die Lefzen der Schwerkraft unterliegen. Mancher Vierbeiner „fletscht“ sogar, wenn er seinen Kauknochen aufnimmt oder einen Hundekeks gereicht bekommt. Das hat in diesem Fall dann nichts mit Angriffslust oder schlechter Stimmung zu tun – hierbei handelt es sich um einen natürlichen Schutzreflex gegen das Sich-Selbst-Beißen. Sichtbar „grantig“ ist ein Hund dann, wenn das Zeigen des imposanten Gebisses von einem Knurren, der aufgestellten Nackenfell Partie und / oder angelegten Ohren begleitet ist. Vor allem Kindern muss man erklären, wie mit Hunden umzugehen ist. Ihnen einfach Angst vor jedem Hund zu machen, wird fatal enden, denn die Tiere erkennen die Furcht und reagieren darauf mit Machtgehabe und Drohgebärden. Den Kindern aber einzuschärfen, nicht auf fremde Tiere einfach unbedarft zuzugehen, sondern sich respektvoll zu nähern, die Vierbeiner nicht zu bedrängen und zu überfordern, ist eine wichtige Alltagsregel. Hierzu sollte aber jeder Hundehalter wissen, dass auch Erwachsene die Mimik beziehungsweise Körpersprache von Hunden manchmal falsch deuten und deswegen verkehrt reagieren. Die sensiblen Hunde wittern allerdings in Sekundenschnelle, ob jemand wohl gesonnen oder voller Angst oder Abneigung ihnen gegenüber ist, ob ein Leckerli winkt oder von einer Person eine Gefahr ausgehen könnte.

4.    Die Augen

„Hunden darf man nicht direkt in die Augen sehen!“ Auch dies ist eine weit verbreitete Meinung. Das ist insofern auch richtig, dass Menschen es bei ihnen fremden Tieren nicht unbedingt provozieren sollten, sie in eine Angriffslaune zu versetzen. Bei entsprechender Sozialisierung weiß der Hund, dass der Mensch das nicht böse meint und geht zumeist selbst aus der Situation, schaut weg oder wendet sich ab. Sollten Hundelaien in die Situation geraten, von einem fremden Hund angestarrt zu werden, sollten sie den Blick senken, sich wortlos abwenden und keine Panik ausstrahlen. So erkennt das Tier, dass keine Bedrohung von der ihm fremden Person ausgeht und sieht von einem Angriff (aus Angst oder zur Verteidigung seiner selbst oder seines Rudels) ab.

5.    Beschwichtigung aus Sicht des Hundes

Will ein Hund in einer Situation beschwichtigen, fängt er an, zu Gähnen oder sich über die Schnauze zu lecken. Damit beruhigen sich die Tiere selbst, sei es in einer Situation mit einem anderen Tier oder sonstigen beängstigenden Lagen. Dieses Verhalten kann auch vorkommen, wenn die Tiere einen Tadel vom Halter erwarten, zum Beispiel wenn sie in die Wohnung gemacht haben oder etwas gestohlen haben und dabei erwischt wurden. Ebenfalls festgestellt wurden diese Beschwichtigungen, wenn Hunde bei Streitigkeiten oder Schlimmerem zwischen Menschen anwesend sind – oder sie sich durch sehr forsche Kinderhände bedroht und in die Enge getrieben fühlen. Wiederum ist ein Lippenlecken oder Gähnen für Laien kaum als Warnsignal zu erkennen – deswegen ist es Aufgabe der Hundehalter, den Hund, sein Verhalten und seine Körpersprache genauestens zu kennen und sofort zu reagieren.

Fazit: Hunde sind unsagbar sensibel, was die Körpersprache und die Mimik sowohl von Artgenossen, als auch von fremden und bekannten Menschen betrifft. Sie verstehen und reagieren in Sekundenschnelle, während Menschen, vor allem Hundelaien oftmals Missverständnissen unterliegen. Nicht jeder Hund, der wedelt, ist freundlich gestimmt, nicht jeder, der die Zähne zeigt, ist böse. Stimmt die Bindung zwischen Hund und Halter und haben eine fundierte Erziehung und eine ausreichende Sozialisierung stattgefunden, verstehen sich Mensch und Hund blind. Hunde und Katzen, sofern nicht von klein auf miteinander aufgewachsen, können oftmals nicht miteinander auskommen, weil eine oder beide Seiten es nicht gelernt haben, die Körpersprache des anderen zu verstehen und umzusetzen.

Kategorien: Erziehung Hund
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