Mein Hund als Freund, Seelentröster und Gefährte an schlechten Tagen

Die Bindung zwischen Mensch und Hund ist oftmals sehr eng. Seitens der Tiere ist dies beinahe zwingend und von Natur aus gegeben – alle Liebe, die ein Hund empfinden kann, das Maximum an Treue, ja sogar Aufopferung kann der Halter von diesem Haustier erwarten. Ganz anders, als zum Beispiel Katzen, die eher als Eigenbrödler bekannt sind (Ausnahmen bestätigen die Regel!) fixieren sich Hunde auf ihre Menschen, beschützen und verteidigen die nahestehenden Personen und deren Lebensbereich und erwarten dafür nichts weiter, als einen regelmäßig gefüllten Napf, Wasser, Spaziergänge und Streicheleinheiten. Auch in der Gegenrichtung ist die Liebe zumindest in den meisten Fällen nicht minder groß. Einsame Menschen legen sich Hunde zu – aber auch in Familien werden die Tiere angeschafft, damit die Kinder einen Spielkameraden, Freund und Aufpasser an ihrer Seite haben.

Hunde sind sehr empfänglich für unsere Gefühle, auch wenn sie sie nicht wirklich verstehen. Sitzt Frauchen auf der Couch und weint, denkt der Vierbeiner nicht – oh, arme Mami, wie kann ich dir helfen? Wohl aber bemerkt er, dass etwas nicht in Ordnung ist und sucht die menschliche Nähe. Die Körpersprache kennen unsere Lieblinge in- und auswendig: Sie erkennen an Ritualen und Verhaltensmustern, was wir Hundehalter vorhaben oder gerade empfinden. Die Jacke wird angezogen? Das bedeutet, wir könnten Spazieren gehen. Da freue ich mich aber! Die Schublade in der Küche bewegt sich? Da sind doch meine Leckerlis drin! Nun muss ich mich aber beeilen und recht freundlich wedeln, damit ich auch wirklich eines bekomme! Ebenso wissen, die Tiere aber auch, dass ein weinender Mensch besonders liebevoll ist, streichelt, intensive Nähe genießt. Positive Ausstrahlungen nehmen die Tiere auch wahr – sie lassen sich von der guten Laune ihrer Besitzer anstecken und brechen in wahren Freudentaumel aus, wenn die Stimmung es zulässt beziehungsweise der Mensch es von ihnen zu erwarten scheint. Wir Menschen sind es also, die Verständnis und Mitgefühl in das Verhalten der Hunde hinein interpretieren.

Hunde haben von Natur aus den dauerhaften Wunsch, ihren Menschen zu gefallen. Sie wollen aber auch immer und überall eine Bestätigung empfinden, dass Herrchen und Frauchen sie noch lieb haben. Der Blick zurück beim Spaziergang bringt die Rückversicherung, dass alles in Ordnung ist. Jedes kleinste Lob, jede winzige Geste der Zuneigung oder Bestätigung wird dankbar angenommen – beziehungsweise eher aufgesogen. Hunde brauchen Zuwendung, wie die Luft zum Atmen.

Der Mensch ist der Nutznießer dieser Tatsachen und kann seinen Hund als Seelentröster, Bekämpfer seiner Einsamkeit und Trauer, aber auch Begleiter durch Freude und Spaß „missbrauchen“ – tut seinem Tier damit aber einen absoluten Gefallen. Dass der Vierbeiner auf die Körpersprache seiner menschlichen Bezugspersonen reagiert und immer das richtige tut, um seinen Besitzer aufzumuntern, zu trösten, ihm Freude zu bereiten oder einfach zu kuscheln, kommt beiden zugute. Arme Seelen sind aber jene Hunde, die – wenn sich eine Lebenssituation ändert – plötzlich aussortiert werden. Plötzlich ist ein Kind da, ein Partner tritt ins Leben – und so weiter: Auf einmal ist der Hund die einsame Seele, derjenige, der einen Tröster und Gefährten bräuchte und nicht mehr hat. Leider reicht das Mitgefühl mancher Hundehalter, die so lange von der Liebe und Treue ihres Hundes profitiert haben, im Gegenzug dafür dann nicht mehr aus; nicht selten landen die Tiere sogar im Tierheim oder werden vernachlässigt, ausgesetzt oder herzlos weggegeben, wo immer sie auch landen, Hauptsache nicht mehr „lästig“.

Kategorien: Hundeerziehung
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