Malinois - Der belgische Schäferhund im Kurzprofil

Ein Schäferhund ist doch ein Schäferhund, oder? Die meisten Menschen, die selbst keine Erfahrung mit Hunden haben, hörten sicher einmal etwas davon, dass es neben dem sehr bekannten Deutschen Schäferhund auch einen Belgischen Schäferhund gibt. Das war es aber auch, was man sich zu diesem Thema merkt, sofern man kein Interesse daran hat, sich selbst einen Hund dieser Größenordnung zuzulegen. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass es viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zwischen den beiden Hunderassen gibt. Eine Gemeinsamkeit ist zum Beispiel die Zeit der „Entstehung“ der Rasse – Deutscher und Belgischer Schäferhund lassen sich in ihrer Geschichte auf etwa das Jahr 1900 zurückführen. Der Malinois, Hauptdarsteller dieses Artikels, ist nach der Ortschaft Mechelen in Belgien benannt. Im Französischen heißt diese Stadt Malines – daraus ist der Name des Hundes hergeleitet.

Belgischer Schäferhund: Das Aussehen

Der Belgische Schäferhund wird in vier verschiedene Arten unterteilt. Es gibt den Groenendael mit langen schwarzen Haaren, den andersfarbigen, aber ebenfalls langhaarigen Tervueren, den Laekenois  mit Rauhaarfell und den kurzhaarigen Malinois, kurz einfach Mali genannt. In allen den Körperbau und die sonstigen Attribute betreffenden Eigenschaften sind die vier Hundearten gleich – lediglich das Fell unterscheidet sich. Der Malinois ist ein schlanker Hund mit etwa 20 bis 30 Kilogramm Körpergewicht bei einer Widerrist-Größe von bis zu 66 cm – wie bei allen Hunden ist zwischen Rüde und Hündin ein Unterschied, natürlich haben aber auch Herkunft und Lebensbedingungen Einfluss auf die endgültige Statur des Tieres. Das Fell ist kurz, zeigt Färbungen zwischen fahlgelb und rötlichbraun bei einer schwarzen Gesichtsmaske und einer ebenfalls schwarzen Wolkung (Wellenmuster). Ein allgemeiner Unterschied zwischen deutschem und belgischem Schäferhund ist der etwas schlankere Körperbau des Belgiers, was ihn in seinen Bewegungen ein wenig wendiger und agiler macht.

Der Charakter vom Malinois

Fleiß und Intelligenz zeichnen den Malinois aus – dies ist aber bei allen Belgischen und Deutschen Schäferhunden der Fall. Im Rassestandard wird Wert darauf gelegt, dass die Hunde weder ein Aggressionspotential zeigen noch sonderlich ängstlich sind. Dazu müssen sie Lebhaftigkeit ausstrahlen. Manchmal erscheint der Mali etwas nervös und hyperaktiv, zumindest wenn bei seiner Erziehung die falschen Prioritäten gesetzt wurden. Der Malinois ist ein perfekter Familienhund, aber auch als getreuer und zuverlässiger Diensthund oder Sporthund ein Vorbild. Seinen Hüte und Schutz Trieb kann man ihm abtrainieren, sofern er als Familienmitglied gedacht ist – er wird sich mit aller Liebe und Zuneigung in das Leben zwischen Kindern und Erwachsenen einfügen, sofern er Beschäftigung hat und nicht alleine verkümmert.

Die Wurzeln als Hütehund bekommt man beim Malinois und seinen Kollegen besser in den Griff, als beispielsweise beim Border Collie. Erziehung vom Welpenalter an ist erforderlich, ebenso ein Leben mit klaren Regeln. Die Ausbildung als Diensthund beginnt ebenfalls schon in frühester Jugend. Gegenüber dem Deutschen Schäferhund ist der Belgische agiler und wendiger, was an seiner schlankeren Gestalt liegt. Diese Beweglichkeit gilt es zu fördern und zu erhalten, gleich, ob als Familienhund oder Diensthund. Das tägliche Bewegungspensum und eine gute, maßvolle Ernährung dürfen niemals aus den Augen gelassen werden.

Heute halten nur noch sehr wenige Menschen Hunde, um sie wirklich arbeiten zu lassen. Nicht im Sinne von Dienst- oder Rettungshunden, sondern in der Form, in der es früher üblich war. Dem Belgischen Schäferhund kamen früher einige unterschiedliche Aufgaben zu. Nicht nur Schäfer profitierten von den Fähigkeiten der Hüte- und Treibhunde. Der Malinois kam beispielsweise auch als Zughund zum Einsatz, etwa um als Pferdersatz Wägen mit Särgen zu transportieren. Die robuste Gesundheit und Belastbarkeit haben sich bis heute erhalten, er strotzt vor Kraft und Ausdauer.

Die Haltung des Malinois

Für einen Hund dieser Größe muss man eine entsprechende Wohnung haben. Sollte kein eigener Garten vorhanden sein, muss die Möglichkeit für ausgiebigen Auslauf, spielerische Arbeit oder Sport bestehen. Es schadet nichts, wenn der Familien-Mali den Schlitten mit dem Kind durch den Schnee zieht. Solche Aufgaben werden ihm eher gerecht, als der Wunsch, einen kuscheligen Begleiter beim Fernsehen zu haben. Nicht falsch verstehen: Das Kuscheln gehört genauso zum glücklichen Leben des Belgischen Schäferhundes, aber eben nicht ausschließlich, sondern eher nach einem „erfolgreichen“ Arbeitsprogramm. Natürlich können auch Paare ohne Kinder und Singles sich einen Malinois halten. Wichtig ist es, ihm und seinen körperlichen beziehungsweise geistigen Anforderungen gerecht zu werden. Der Hund wird es lieben, mit zum Joggen oder Radfahren genommen zu werden – und das Wasser ist egal zu welcher Jahreszeit willkommene Abwechslung zum Schwimmen und Spielen.

Die Fellpflege ist beim Mali kein besonders wichtiges Thema, es sei denn, Fellwechsel ist angesagt. Baden muss dieser Hund nur, wenn es gar nicht zu vermeiden ist – gebürstet werden möchte er öfter, allerdings eher als Beweis der Zuwendung und weil es einfach gut tut, nicht weil sonst Verfilzungen drohen. In Sachen Haarverlust ist der kurzhaarige Malinois eher im unteren Durchschnitt anzusiedeln.

Das Futter sollte hochwertig und dem Bewegungspensum angepasst sein. An einem eher „faulen Tag“ kann die empfohlene Tagesdosis pro Körpergewicht also etwas reduziert werden – an besonders arbeitsreichen Tagen darf es ruhig das eine oder andere Leckerli zusätzlich sein. Natürlich sollten zum Wohle der Gesundheit auch die Belohnungen hundegerecht und nicht aus der Menschenküche entnommen sein.

Zusätzlich zu einer zahngesunden Nahrung sollte eine Vorbeugung gegen Zahnstein und andere Zahn(fleisch)erkranungen erfolgen. Dem Welpen schon eine Zahnbürste zu präsentieren, die ins tägliche Leben mit aufgenommen wird, schadet definitiv nicht. Der Schäferhund büßt eine Menge Lebensqualität ein, sofern er Zähne verliert oder Zahnschmerzen erleiden muss. Außerdem sind Zahn OPs bei Hunden durchaus kostenintensiv und können durch 3 Minuten Aufwand am Tag so gut wie vermieden werden.

Etwas Wissenswertes zum Schluss

In den letzen Jahren ist der Malinois schon beinahe zum Modehund avanciert – was nicht unbedingt gut für diese Rasse ist. Zum einen wird das Bestreben gefördert, die Hunde strikt auf ihr äußeres Erscheinungsbild hin zu züchten, was der Rasse im Allgemeinen nicht zuträglich ist. Zudem haben Vermehrer die Beliebtheit der Hunde für sich entdeckt und geben die Tiere an Halter ab, ohne diese nach ihren Interessen, Wohnsituationen und zeitlichen Freiräumen zu fragen. Dann landen die Tiere als Kuschetierersatz oder Opfer von Berufstätigen alleine gelassen in fragwürdigen Lebensumständen. Dementsprechend steigt die Zahl derer, die die Hunde unterfordern, nicht oder nicht ausreichend erziehen und zu wenig oder falsch beschäftigen. Das quittiert der Belgische Schäferhund mit eventueller Aggressivität, mit Fehlverhalten gegenüber Menschen, Möbeln oder auch unaufhörlichem Gebell.

So verbringen diese herrlichen Tiere ohne eigenes Verschulden ihr Leben oft in Tierheimen oder werden über Hilfsorganisationen vermittelt, nicht selten ohne deutliche Verhaltensstörungen davon getragen zu haben. Wie bei jedem Hund sollte man sich also gut überlegen, ob man dieser Aufgabenstellung eines großen Hundes mit Anforderungen an Erziehung und rassegerechter Beschäftigung gewachsen ist.

Kategorien: Hunderassen
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