Junge Katzen vermitteln – worauf sollte man achten?

Zunächst einmal sei an die Vernunft aller Katzenbesitzer appelliert: Es muss nicht unbedingt Nachwuchs „produziert“ werden, wenn man nicht einen triftigen Grund dafür hat. Es gibt eine große Zahl von unerwünschten Katzen, die die Tierschutzorganisationen immer wieder vor Probleme stellen – und jede unerwünschte Geburt von meist mehreren Kätzchen macht die Lage nicht besser. Klar – es gibt den Wunsch nach Rassekatzen, den man sich natürlich auch erfüllen können sollte. Auch ist es für Halter und Katze oft einfacher, ein zufriedenstellendes Leben miteinander zu führen, wenn das Kätzchen erst wenige Wochen alt ist, wenn es zur Familie beziehungsweise in den Haushalt kommt. Ältere Katzen haben schon ihre Eigenheiten und gerade aus dem Tierschutz vielleicht schon einiges an schlechten Erfahrungen hinter sich. Dennoch sind sie dankbare Haustiere, die ihren neuen, tollen Platz bei liebevollen Haltern in vollen Zügen genießen. Ob nun vom Züchter, von privat oder aus dem Tierschutz: Wechseln Katzenbabys den Besitzer, hat dies immer auch etwas mit Angebot und Nachfrage, mit Geld verdienen und mit Verantwortung gegenüber den Tieren zu tun.

1. Die Vermittlung durch einen Züchter

Nicht die ganz normale Hauskatze, sondern viele Rassekatzen werden von Züchtern an Kaufinteressenten gegeben. Wenngleich es sich hier um ein Geschäft mit Profit und Luxus handelt, so ist die „Ware“ dennoch ein lebendiges Tier. Das sollte in mehreren Belangen berücksichtigt werden.

Der Idealfall: Der Züchter inseriert im Netz oder in Zeitungen und bietet seine Kätzchen zum Kauf an. Von der Geburt bis zur Abgabe hat er gewisse Aufgaben, die er natürlich an den Käufer weitergeben muss, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Alle Kitten sind zum Zeitpunkt der Abgabe geimpft, gechipt und entwurmt und nachweislich tierärztlich optimal versorgt. Sie befinden sich munter und aufgeweckt in einer sauberen Umgebung; am besten in der Wohnung des Züchters und nicht in Käfigen in irgendwelchen Scheunen oder Ställen.

Ordentliche Katzenklos, saubere Näpfe und gepflegte Schlafplätze, Kratzbäume und Spielzeug stehen für die Mutterkatze und ihre Babys zur freien Verfügung. Hinweisgebend für eine seriöse Zucht ist auch das Verhältnis zwischen Züchter und Tieren: Ist ein liebevolles Verhältnis festzustellen oder werden die Katzen wie eine „Ware“ behandelt? Der Verkaufspreis beinhaltet auch eventuelle Deckgebühren für einen potenten und der Rasse entsprechenden Kater und wird ebenfalls finanziell auf den Verkaufspreis umgelegt. Ansonsten müssen die Tiere ernährt und gepflegt werden – ein hoher Aufwand. Abhängig von Rasse und Stammbaum kommt natürlich auch noch ein gewisser „Wert“ des Tieres hinzu – so gibt es Rassekatzen, für die man als Baby-Kätzchen gut und gerne weit über 1000 Euro auf den Tisch legen muss.

Ein seriöser Züchter hinterfragt auch die Lebensumstände seiner Käufer und interessiert sich dafür, wie das Jungtier später leben wird. Ebenso nimmt er sich das Recht heraus, einfach „Nein“ zu sagen, wenn er die Haltungsbedingungen für ungeeignet ansieht. Gegenbesuche, um die Lage zu überprüfen, sollte man sich als ernsthafter Interessent also gefallen lassen – und auch den Wunsch nach einem losen Kontakt, zum Beispiel über Email, wenn das Tier im neuen Zuhause angekommen ist. Man bekommt Informationen über Erbkrankheiten der Rasse, über Fütterungsempfehlungen, alle Fragen rund um das Tier – auch zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich Probleme ergeben.

Wie es nicht laufen sollte:

Anhand eines Inserates, gleich in welchem Medium, kann man meist nicht herausfinden, ob ein Züchter seriös ist, oder nicht. Doch schon beim ersten Telefonat erkennt auch ein Laie, der noch nie eine Katze gekauft hat, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Hinweise auf missliche Zustände und Kätzchen Handel aus reiner Profitsucht sind:

  • Dumpingpreise weit unter Marktwert der Rassekatzen
  • Haltung in Käfigen, in schmutziger Umgebung, ohne Familienanschluss – Katzenmama als ausgemergelte „Gebärmaschine“ oder, um diese Zustände zu verschleiern
  • Übergabe der telefonisch bestellten Katze auf einem Parkplatz oder an sonstigen Orten
  • Weigerung, die Mutter/ die Eltern der Katzenbabys zu zeigen
  • schlechter Gesundheitszustand der Kätzchen: verschnupfte Nase, tränende Augen, schlechtes Fell, Gewichtsdefizit, verschmutze Pfoten und/ oder Po
  • kein Heimtierausweis, keine Impfnachweise („werden zugeschickt“ oder ähnliche Ausreden)
  • kein Nachweis über die Zugehörigkeit zu einer offiziellen Züchtervereinigung – vorher im Internet recherchieren hilft weiter!

Katzenbabys aus dem Tierschutz

Wer sich eine kleine Katze aus dem Tierschutz holt, tut zuerst einmal ein gutes Werk. Die oft ehrenamtlichen Helfer geben alles, um den Tieren eine gute Zukunft zu ermöglichen. Leider finden nicht alle Tierheimbewohner einen Endplatz, da sie auch aufgrund von Krankheiten beziehungsweise Behinderungen ausgesetzt oder abgegeben werden und diese Tiere natürlich nicht auf Platz 1 der Beliebtheit bei Interessenten stehen. Dennoch haben sie meist ein Gnadenbrot und sind wenigstens grundsätzlich gut versorgt.

Die Zahl der jungen Kätzchen aus dem Tierheim ist eher überschaubar beziehungsweise sind diese die ersten, die auch wieder abgeholt werden. Das Interesse an möglichst jungen Tieren ist verständlicherweise sehr groß. Wer sich für ein solches Jungtier interessiert und sich an eine offizielle Tierschutz Organisation wendet, kann sicher sein, ein Tier mit allen altersentsprechenden Impfungen und einer ordentlichen Entwurmung zu erhalten. Auf ansteckende Krankheiten untersucht und gesund gibt es natürlich ein solches Tier nicht umsonst.

Eine Schutzgebühr wird erhoben, ganz gleich, ob es sich um eine reinrassige Rassekatze, einen Mischling oder eine einfache Hauskatze handelt. Davon werden die tiermedizinischen Aufwendungen beglichen, das Futter und eventuelle Mitarbeiter und Verwaltungskosten bezahlt. Außerdem verhindert die Schutzgebühr in einem gewissen Maße, dass man sich Tiere nicht völlig ohne Nachdenken nach Hause holt. Auch vom Tierheim aus werden Kontrollen der Haushalte vorgenommen, in denen die Tiere letztendlich landen sollen. Vorgaben, wie eine durchzuführende Kastration, sind oft in der vertraglichen Abgabe beinhaltet. Daten des Besitzers und die Verpflichtung, Wohnortwechsel oder ähnliches mitzuteilen, sind ebenfalls Teil der Vereinbarungen.

Nur sehr selten gibt es reinrassige Katzen mit Papieren im Tierheim. Dies geschieht nur, wenn die Tiere Teil einer Erbmasse sind oder vom Besitzer selbst nicht verkauft, sondern dem Tierschutz übereignet werden. Meist suchen die Katzenhalter aber nach neuen Besitzern für ihre plötzlich nicht mehr gewollten Tiere.

Katzenbabys vom Bauernhof

Eine Möglichkeit, sich selbst eine Katze ins Haus zu holen, gibt es auch auf Bauernhöfen, wo die Tiere sich nicht selten unkontrolliert vermehren. Jedes Tier, das man aus diesem Teufelskreis rettet, hat reelle Chancen auf ein besseres Leben. Was man jedoch unbedingt wissen sollte, ist, dass diese Tiere nicht selten von ansteckenden Krankheiten befallen sind und oft aufwändige medizinische Betreuung benötigen, bevor man von einem wirklich gesunden Katzenbaby sprechen kann. Vor allem Katzenschnupfen ist ein Problem, natürlich aber auch Parasiten aller Art, Virenerkrankungen und vieles mehr. Bevor man ein solches Katzenbaby nach Hause holt, muss es unbedingt direkt zum Tierarzt gebracht werden – vor allem, wenn daheim noch andere Haustiere sind. Auch hier sei der Hinweis gegeben – eine Kastration verhindert ungewollten Nachwuchs und erspart vielen Katzen unnötige Geburten und den Babys schreckliche Haltungsbedingungen, die sie nicht selten gar nicht überleben.

Meine Katze bekommt Babys – was soll ich tun?

Aus welchen Gründen auch immer: Es kann passieren, dass sich bei der eigenen Katze Nachwuchs ankündigt, noch bevor sie kastriert oder zumindest sterilisiert werden konnte. Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit reicht aus, dass das Tier ausreißt und schwanger nach Hause kommt. Doch wie geht man dann mit der Situation um? Auch als unfreiwilliger Besitzer junger Katzen sollte man sich einer gewissen Verantwortung nicht entziehen. Deswegen hier einige Tipps:

  • Lassen Sie die Jungen bei der Katzenmama, bis sie von der Muttermilch entwöhnt sind.
  • Sorgen Sie für tierärztliche Versorgung, auch, was Impfen und Entwurmen betrifft.
  • Lassen Sie die Tiere chipen.
  • Rechnen Sie den finanziellen Aufwand zusammen und lassen Sie sich dieses Geld von Interessenten erstatten – ein Gewinn ist nicht zu erzielen; aber verantwortungsvolle Interessenten sehen ein, dass ein gesundes Katzenbaby diese Kostenerstattung wert ist. Dadurch findet eine automatische Selektion der Kaufinteressenten statt.
  • Laden Sie die Interessenten nach Hause ein und entscheiden nach Sympathie und Offenheit, ob Sie ein Kätzchen abgeben oder nicht.
  • Vereinbaren Sie vor der Abgabe einen Vor-Ort-Termin bei den neuen Besitzern. Wer nichts zu verbergen hat, weigert sich nicht, diesen Wunsch zu erfüllen.
  • Lassen Sie Ihre Katze zeitnah nach der Geburt kastrieren, um nicht wieder unerwünschten Nachwuchs zu riskieren. Auch jeder nicht zur offiziellen Zucht verwendete Kater sollte kastriert werden, um die unkontrollierte Fortpflanzung von Katzen endlich einzudämmen.

Bild von Quang Nguyen vinh auf Pixabay

Kategorien: Katzenrassen

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