Hundetricks - Wie bringe ich sie meinem Hund bei?

Nicht jeder Hund ist zum Dogdancing geboren – es gibt eben, wie beim Menschen, talentierte und weniger begabte Zeitgenossen. Wenn man denkt, sein eigener Hund sei zu dumm, Tricks und Kunststücke zu erlernen, könnte in Wahrheit aber auch das Gegenteil der Fall sein. Der kluge Hund von heute kapiert schnell, wie er seine Ruhe und trotzdem sein Leckerli bekommt, obwohl er alles verweigert: Hier liegt das Problem eher in der mangelnden Konsequenz des Halters, die der Hund schnell durchschaut und für sich – vielleicht sogar innerlich feixend – nutzt. Die Grundregeln für Hundehalter, die ihrem Hund Tricks beibringen wollen sind:

  • Ausdauer: Geduld und Gelassenheit im Bestreben, den Hund dahin zu bringen, das Gewünschte zu tun, sind unverzichtbar. Nach 5 Minuten das Leckerli auf den Boden werfen und entnervt aufgeben, belohnt den Hund für Verweigerung oder Unverständnis.
  • Regelmäßigkeit: Alle Übungen müssen regelmäßig und immer wieder wiederholt werden, auch wenn sie schon blind funktionieren. Wochenlange Pausen sind nicht sinnvoll.
  • Konsequenz: Erst wenn wirklich sichtbares Gehorsam/ Funktionieren sichtbar ist, gibt es die Belohnung.
  • Das richtige Maß: Das vorhandene Talent fördern, ohne den Hund zu überfordern.

So früh wie möglich übt sich…

…wer ein Meister der Hundetricks werden will. Schon in der Phase, in der Halter und Welpe zusammen wachsen, muss der Hund seine Grundkommandos erlernen. Hier, Sitz, Platz, Steh, Bleib und so weiter. Die Kommandos sollten klar und verständlich sein, im Optimalfall aus einem Wort bestehen. „Nein!“ „Aus!“ „Falsch!“ in schärferem Ton signalisieren, Du machst etwas falsch. „Fein!“ „Schön!“ „Gut!“ und andere, liebevoll und lobend gesprochen, bestärken den Hund. Wenn diese Grundverständnisse zwischen Hund und Mensch erst einmal manifestiert sind, kommt das Erlernen von Alltäglichkeiten. Für die Grundlage wird die Hundeschule besucht, gefestigt wird das Wissen durch unaufhörliches, tägliches Üben im Alltag zuhause. Ist die Bindung zwischen Mensch und Hund stabil, zeigt sich dies am Gehorsam des Hundes, auch aber an seiner Erwartungshaltung gegenüber dem Halter, wie der wohl auf das gerade Getane reagiert. Hunde im „Flegelalter“ testen Grenzen aus, fordern die Konsequenz des Besitzers heraus und strapazieren auch gerne mal die Nerven. Wer sich hier schwach zeigt, wird dies ein Hundeleben lang bereuen.

>>> TIPP >>> Die wichtigsten Übungsstunden sollten Sie in entspannter Atmosphäre verbringen. Füttern Sie den Hund, lassen Sie ihn ein Schläfchen machen, sorgen Sie danach für ungestörte und vor allem ausreichende Zeit. Bemerken Sie Müdigkeit, Unkonzentriertheit oder gar Stress, beenden Sie die Übungseinheit mit einem Erfolgserlebnis, also zum Beispiel einer Übung, die schon funktioniert und einem abschließenden Leckerli. Nicht gebrauchen können Sie Ablenkung, zum Beispiel durch Familienmitglieder, die „mitspielen“ wollen, die den Namen des Hundes rufen oder ihm im schlimmsten Fall ein Spielzeug oder ein Leckerli geben, ohne, dass er dafür was tun muss.

Die einfacheren Tricks

Pfötchen geben, Männchen machen, einen Gegenstand apportieren – dies sind die einfacheren Tricks, die nahezu jeder Hund in gewissem Maße beherrscht. Hundehalter sollten hier mit sehr kleinen Leckerlis arbeiten, um den Hund für jeden Fortschritt, jeden Erfolg belohnen zu können. Nicht vergessen darf man die dicken Lobeshymnen in schmeichelndem Ton. Leckerlis können in winzigen Portionen gekauft werden, man kann größere Belohnungen aber auch beliebig zerteilen, um aus dem Training keinen Ansatz zum Hüftspeck zu machen.

>>> TIPP >>> Ziehen Sie an den Übungstagen die Menge an Leckerli von der empfohlenen Tages-Kalorien-Ration des normalen Futters ab. Auf allen Futtermitteln sind entsprechende Angaben zu finden, die es Ihnen leicht machen, einen figurbewussten Mittelweg zwischen Futter und Leckerli zu gehen. Selbstverständlich sind nur zuckerfreie Hundeleckerli erlaubt – keine Wurst, keine Schokolade oder ähnliches!

Übungen für Fortgeschrittene

Schon beim Einüben der leichteren Tricks erkennt man an der Dauer, bis sie funktionieren, wie begeistert oder talentiert der kleine Vierbeiner ist. Hunde mit ihren Fähigkeiten haben mittlerweile schon Fernsehgeschichte, zum Beispiel in Talentshows, geschrieben – jeder Hundehalter kann ausprobieren, was davon er zuhause nachmachen kann. Anleitungen gibt es im Internet, in Fachliteratur und Tier-Magazinen. Manche Kunststücke ergeben sich aber auch aus Zufall und müssen nur noch „auf Kommando“ funktionieren. So kann man es Hunden antrainieren, auf Kommando zu Gähnen, zu Knurren, sich tot zu stellen, ja sogar Becher zu stapeln oder Spielzeuge am Namen zu erkennen und aus einem Haufen herauszusuchen und zu apportieren.

>>>TIPP>>> Was der Hund einmal gelernt hat, muss immer und immer wieder, quasi bei jeder Gelegenheit geübt werden. Natürlich darf man das Tier zu keiner Zeit überstrapazieren oder überfordern, geschweige denn bestrafen. Einzige Strafe für Verweigerung ist das Versagen des Leckerlis – körperliche Züchtigungen müssen tabu bleiben.

Mit dem Hund Kurse belegen

Besitzer sehr begabter beziehungsweise sehr arbeitsfreudiger Hunde tun gut daran, sich erfahrenen Tiertrainern anzuvertrauen, die Kurse für Hunde und Halter abhalten. Spätestens hier stellt sich heraus, ob der neue Star auf dem Dogdancing Parkett geboren wurde, oder ob es doch eher für den bescheidenen Hausgebrauch reicht. Um jeden Preis etwas erzwingen, funktioniert nicht.

Fazit: Fast alle Hunde können mehr oder weniger Tricks nach ihren Begabungen erlernen. Jeder noch so begabte Hund scheitert aber an seinem unmotivierten, unwissenden oder inkonsequenten Herrchen oder Frauchen. Anders herum leidet aber auch jeder Hund unter einem übermotivierten, zu strengen oder zu geltungsbewussten Halter mit dem Hang zur Selbstüberschätzung.

Kategorien: Erziehung Hund
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