Ein Gedanke nebenbei

Die Firma Bubeck beschäftigt sich nun seit über 125 Jahren mit der Ernährung des Hundes. Dabei bleibt es natürlich nicht aus, dass man sich so ganz nebenbei auch mal persönlich um seine Ernährung Gedanken macht. Vor allem wenn man dann noch 2 Kinder zu Hause hat. Solange man keine Einschränkungen zu beachten hat, wird die eigene Ernährung in einem schnelllebigen Alltag weniger wichtig genommen, Qualität und Verträglichkeit z.B. bekommen oft nicht genug Aufmerksamkeit.

Sowohl beim Hund als auch beim Menschen beobachtet man doch eine immer stärker zunehmende Welle an Allergien, In Ihren Bedürfnissen liegen beide ja nicht weit auseinander, Es gibt da so einige Dinge, die einen stutzig machen. Wir sind laktose-, gluten-, protein- und was weiß ich noch was -intolerant. Wir wundern uns, wie haben sich der Mensch und der Hund über die Jahrtausende ernährt und das auch noch weitgehend allergiefrei? Zumindest nicht in dem Maß wie es heute den Anschein macht.  Bleiben wir also bei den Faktoren, die die Ernährung betreffen.

Laktoseintoleranz

Bei meiner Nichte hat es damals angefangen, „man“ war auf einmal laktoseintolerant. Also muss das arme Kind die Sojamilch trinken. Kein Kuchen durfte mehr mit normaler Milch gemacht werden, so dass es bei Familienfesten schon zu Problemen kam, da die Gäste diese Sorte Kuchen verweigert haben. Es kann mir jeder erzählen was er möchte - ein „Sojakuchen“ schmeckt nicht wie ein Kuchen mit der guten alten Milch. Wobei - die gute alte Milch ist es ja auch nicht mehr. Denn die gute alte Milch war nach 3 Tagen selbst im Kühlschrank einfach hinüber. Ich kenne noch die Zeiten, als mein Vater noch die Milch probieren musste, ob sie nicht schon sauer war. Erst nach dieser Prüfung wurde die Milch verwendet. Damals hat man Milch noch literweise getrunken. Der Milchtrunk in der Schule war schon fast Pflicht. Wenn dann noch Geschmack dazukam -  Hurra… Mit Schoko hat man sich schnell nicht mehr zufriedengegeben, es musste ja dann Vanille oder Banane sein. Aufgrund der Überdosis Bananenmilch von damals kann ich bis heute keine Bananen mehr essen. Heute sind diese nicht mehr üblich, man findet nur noch haltbare Zuckergetränke einer bestimmten Marke die mit C anfängt. Eine drastische Strafe war zu befürchten, wenn man die Milch auf dem Tisch hat stehen lassen und sie nicht sofort nach Gebrauch wieder in den Kühlschrank gebracht hat.

Muss man heute noch eine Milch in den Kühlschrank stellen? Nein, sie kann bei 20 Grad in der Wohnung 3 Wochen stehen und es passiert nichts. Wird die Milch sauer? Nein - höchstens ich, denn was ist das noch für eine Milch, die nicht umkippt? Wie soll diese von unserem Körper aufgenommen werden, wenn kein Zersetzungsprozess stattfinden kann? Ich darf nur noch einmal bewusst machen: Als die Milch noch sauer wurde, kannte ich keinen laktoseintoleranten Menschen. Als die Milch noch sauer wurde, konnte man diese literweise in sich hineinschütten, selbst mit künstlichem Geschmack und viel Zucker. Stutzig wurde ich, als meine kleine Tochter dann auch noch Milch nicht mehr vertragen hat. Und nun wird sogar schon die Bio-Milch mit dem Slogan „länger haltbar“ beworben.

Was komisch ist, als wir Milch direkt beim Bauern geholt haben, war niemand intolerant und man hat diese auch super vertragen, jedoch schmeckte diese irgendwie anders… halt nach Milch.

Gluten-Intoleranz

In meiner Kindheit gab es den Bäcker um die Ecke, da hat man sich die Brötchen geholt. Mal waren diese größer, mal kleiner, mal dunkler, mal heller, mal hatten sie eine harte oder auch weiche Kruste und von Bäcker zu Bäcker schmeckten sie anders. Mein Großvater fuhr für uns Enkel 20 km, um uns die besten Brezeln zu holen. Man darf hier über den Umweltgedanken nicht nachdenken, aber die waren halt die besten im Umkreis und er hatte Zeit und er wollte für seine Enkel nur das Beste. Dann waren die 20 Brezeln aber auch mal ruck zuck weg, Ich höre schon den Aufschrei, wie konnten die Eltern das zulassen! Die Gluten müssen den armen Kindern ja den halben Darm weggefressen haben. Nein, alles gut, meinem Darm ging es gut und ich hatte genügend Energie, um den ganzen Tag mit dem Fahrrad, ohne Helm, den Berg hoch und wieder runter zu fahren... wir hatten leider noch keine Smartphones, wir mussten noch draußen spielen. Heute kann man in ganz Deutschland dieselben Brötchen kaufen, auch die kann man 14 Tage draußen liegen lassen und die werden nicht hart. Solche  Gerichte wie „armer Ritter“ oder auch Knödel aus altbackenem Brot kann man heute gar nicht mehr machen, denn es wird nicht hart. Damit rühmt sich ja auch die Großindustrie, ein Brot oder Brötchen herzustellen, welche immer die gleiche Backbräune und dieselbe Fluffigkeit behalten wie frisch aus dem Backofen. Aber auf einmal sind wir auf Gluten allergisch… Vielleicht sollte man sich mal in unserem Blog über Hundefutter den Artikel „Gluten, das Böse in meinem Hundefutter“ durchlesen.

Erstaunlich finde ich auch, dass man einen Brötchenrohling aus Polen, China oder sonst wo herbekommt und der verschimmelt nicht mal auf dem Transport-Weg. Ein Schelm wer Böses denkt, als man Antibiotika im Brötchen fand. Ach das waren ja die deutschen Bauern, die Antibiotika-Gülle auf die Felder fahren, im chinesischen Brötchen! Denn jeder Discounter backt ja heute täglich frisch… auf. Sorry, aber auf dem Schild war nicht mehr Platz, da ist das „auf“ halt weggefallen.

Von den anderen Intoleranzen möchte ich hier gar nicht anfangen. Für mich ist es nur erstaunlich, dass - je schneller und industrieller unsere Nahrung hergestellt wird - unser Körper immer mehr Intoleranzen oder gar Allergien entwickelt. Vor 20 Jahren wusste niemand, dass man auch aus Hafer Milch machen kann. Heute ist das normal. Sogar die Ärzte haben auf Milch geschworen, damit das Kind kräftige Knochen bekommt. Wo ist der Calciumgehalt heute? Ich kämpfe heute noch auf der Waage mit den schweren Knochen… Auch Getreide war über Jahrtausende die Grundlage der Ernährung und heute verteufelt man Getreide als das schlechteste, was der Mensch nur zu sich nehmen kann.

Beruhigend finde ich, dass die Wissenschaft dies auch erkannt hat und nun einmal in diese Richtung forscht: was haben wir an dem Prozess Nahrungsmittel-Verarbeitung verändert und welche Auswirkungen hat dies auf unseren Körper. Denn die Natur hat sich nach meiner Meinung schon etwas dabei gedacht, dass bestimmte Lebensmittel verderben. Diese künstlich am Leben zu halten ist vielleicht für Lebensmittelchemiker ein großer Fortschritt, aber ob dies unser Verdauungstrakt genauso sieht, das ist eher fraglich, insbesondere wenn man die aktuellen Probleme sieht.

Dies ist nur mal als ein Gedankenanstoß zu sehen, denn bei den Hunden, die mit hoch industrialisierter Fertignahrung gefüttert werden, kann man die Auswirkungen schon sehen. Vielleicht könnte ein Nebeneffekt von frischer Milch sein, dass ein Ausufern der Massentierhaltung zurückgeht und es dann wieder mehr lokale Kleinbauern gibt, die lokal die Bevölkerung versorgen. So müsste die Milch dann nicht mehr über Tausende von Kilometern bis zum Konsumenten transportiert werden.  Dies könnte dann doch auch zum Tierwohl beitragen und den Gedanken der Nachhaltigkeit fördern.

So kann man in unserer Ernährung noch viele Beispiele finden, die zu einer gesunden Bevölkerung, besserer Tierhaltung und auch noch einer besseren Umweltbilanz führen könnten. Aber dies fängt bei jedem selbst an.

Man ist nicht mehr zum lokalen Bäcker gegangen, denn die Brötchen im Discounter sind länger haltbar und schmecken immer gleich. Ich muss immer an den Film „Brust oder Keule“ mit Louis de Funés denken, wenn mir eine hochtechnisierte Anlage zur Lebensmittelherstellung gezeigt wird.

Kategorien: Sonstiges
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