Chihuahua – Eine der robustesten Rassen der Welt

Teppichporsche, Fußhupe – solche und ähnliche Kommentare begleiten das Leben eines Chihuahua leider nur allzu oft. Der Hund wird auf seine Körpergröße reduziert und das völlig zu Unrecht. Wer sich mit der Hunderasse beschäftigt, kommt bald zu dem Schluss: Würden sich seine positiven Wesensmerkmale sich in Körpergröße umschlagen, wäre dieser Hund so groß, dass er seine Nase bequem auf den Esstisch auflegen könnte. Leider immer wieder als Schoßhund, als verwöhntes Mini-Hündchen verkannt, ist es nur eine Frage der menschlichen Erziehung und Behandlung, wenn ein Chihuahua wirklich so auftritt. Lackierte Krallen, Designerfummel und Strass-Halsbänder haben Menschen erfunden; diese Untugenden der Tierhaltung kommen keinesfalls von Hunden selbst, egal, welcher Rasse sie angehören. In Wahrheit ist dieses Tier ein zwar kleiner, aber dennoch toller Familienhund, mit dem man viel Liebe, Spaß und Freude erleben darf.

Bis in die Zeit der Azteken und damit das Heimatland Mexiko reicht die Geschichte der Chihuahuas zurück. Leider war ihnen hier oft die Rolle als Opfertier zugedacht, was aber für ihre Wertschätzung spricht, wenngleich ihr Ende nicht schön war. Der Chihuahua war sogar als lebendige Grabbeigabe beliebt; hochherrschaftliche Azteken behandelten die Hunde zu Lebzeiten überaus gut, um von ihnen nach ihrem Tod ins Paradies geführt zu werden.

Während in Deutschland die kleinen Hunde erst in den 1950er Jahren modern und beliebt wurden, waren sie in Amerika schon zeitig im 19. Jahrhundert als Hunderasse bekannt. Spielkamerad, Vorzeige- und Statusobjekt, aber auch treuer Begleiter für einsame Herzen: Die Karriere vom Chihuahua war nicht aufzuhalten.

Das Aussehen vom Chihuahua

Im Rassestandard wird der Chihuahua nicht als klein, sondern als kompakt beschrieben. Er ist feingliedrig, aber sehr muskulös und bewegt sich kraftvoll und sportlich, sofern er entsprechend gehalten wird. Der Kopf sollte eine Apfelform aufweisen. Der durchschnittliche Chihuahua bringt zwischen drei und fünf Pfund auf die Waage. In einem überarbeiteten Rassestandard sind zu kleine Tiere (vor allem unter 500 Gramm Gewicht) und zu große Tiere (jenseits der 3-Kilo Marke) nicht mehr zugelassen. Die bekanntlich kleinste Rasse der Welt bringt es auf ein Schultermaß von zwischen 15 und etwas über 20 cm.

Die stehenden Ohren, die im Vergleich zur Körpergröße ein stattliches Ausmaß haben, sind nicht nur Rassemerkmal, sondern auch Zuchtvoraussetzung. Die Augen müssen groß und klar sein – den wachen Blick eines neugierigen Chihuahuas lieben nicht nur seine Besitzer. Feste Lefzen zeichnen den Fang aus, der über ein Scherengebiss verfügt. Weiteres Merkmal ist der hohe Rutenansatz und die gebogene Rute, die nach hinten oder über dem Rücken verlaufen kann. .

Wer die Suchmaschine anstrengt, findet dort auch viele der Hunde in der sogenannten Merle Färbung. Diese ist, ebenfalls mit Änderung des Rassestandards im Jahr 2010, von der Zucht ausgeschlossen, da es sich hierbei um einen Gen-Defekt mit negativen Auswirkungen handelt. Die zugelassenen Farben (und Mischungen) sind schwarz und weiß, rehbraun, schokobraun, creme und goldfarben.

Experten sprechen bei der Körperform eines Chihuahuas von quadratisch – was weniger etwas mit einer eckigen Gestalt, als mit gleichen Abmessungen in der Körperlänge und Körperbreite zu tun hat. Hier findet sich ein kleiner Unterschied zwischen Männchen und Weibchen, da die Natur beim weiblichen Körper ja Platz für eventuelle Schwangerschaften vorgesehen hat – sie ist ein klein wenig länger.

Der Urahn des Chihuahuas ist eine Kurzhaar-Version, wie ein Fresko von Botticelli aus dem 15. Jahrhundert beweist. Die Langhaar Ausführung, bei der die Ohren, die Brust, die Rute und die Hinterseite der Läufe längeres Fell zeigen, gibt es wohl erst seit dem 20. Jahrhundert. Auch diesbezüglich hat der Rassestandard klare Vorgaben: Nicht behaarte Körperpartien sind verboten.

Chihuahua: Charaktereigenschaften

Werden Chihuahuas nicht als ausschließliches Schoßhündchen gehalten, zeigen sie sich als sehr aufgeweckte, interessierte Zeitgenossen. Sie führen ein recht lebendiges Leben, wollen sich bewegen, spielen und sogar arbeiten. Dabei sind sie konzentriert und widmen sich ihrer Aufgabe durchaus hingebungsvoll, schon um ihrer Loyalität zum Besitzer Ausdruck zu verleihen. Keinesfalls dürfen ausgedehnte Schmusestunden fehlen, die genießt ein Chihuahua aber nicht nur mit seiner menschlichen Nummer 1, sondern mit jedem Menschen, zu dem er einmal Vertrauen gefasst hat. Letzteres könnte etwas schwierig werden, da die kleinen Hunde von Natur aus etwas heikel sind, wenn es um den Aufbau von Kontakten geht. Hat man es in das Herz geschafft, ist uneingeschränkte Liebe die Belohnung. Bis zu dem Moment, an dem die eigentliche Bezugsperson ruft – dann ist man vergessen.

Nur seine Körpergröße schließt ein Dasein als Wachhund aus – seine anderen Eigenschaften hingegen machen ihn eigentlich zu einem Vorzeige-Exemplar. Mutig, fast schon frech geht er in manche Situationen, scheut dabei auch den Zusammenstoß mit größeren Hunden nicht unbedingt. Hier gilt es, wachsam zu sein, da die körperliche Unterlegenheit vom Chihuahua manchmal selbst wohl nicht als solche wahrgenommen wird.

Haltung von Chihuahuas

Als Besitzer eines Chihuahuas muss man sich darüber im Klaren sein, dass dieser Hund den Menschen erzieht, wenn es nicht rechtzeitig in der anderen Richtung erfolgt. So süß und klein wie er ist, so weiß er auch mit der menschlichen Schwäche gegenüber putzigen Aussehen umzugehen und daraus seinen Vorteil zu ziehen. Klare Regeln und ein großes Maß an Konsequenz sind also Grundlagen der Erziehung. Hat diese gefruchtet, bekommt man einen unbezahlbaren Lohn: Einen gelehrigen und cleveren Hund, der aufs Wort gehorcht und mit seinem Menschen durch Dick und Dünn geht.

Eine übermäßig große Wohnung brauchen die kleinen Hündchen selbstverständlich nicht. Was allerdings gewährleistet sein muss, ist ein ausreichendes Maß an Bewegung und Aufmerksamkeit. Der Chihuahua ist kein Hund für Nebenbei. Er braucht Spiel und Zuwendung, muss bewegt und gefordert werden. Möglichkeiten hierzu finden sich – zunächst einmal ohne Anspruch auf Höchstleistungen sondern wegen dem Spaß an der Freude – bei Hundesportarten, wie Dogdancing, Obedience oder Agility.

Bild von Thomas B. auf Pixabay

Kategorien: Hunderassen

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