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21.06.19

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Wie kann ich eine Katze erziehen?

Nur die allerwenigsten Katzen erlernen Tricks und Kunststücke – meist ist schon der Versuch mit Sitz und Platz einfach nur ergebnislos. Dennoch sollten Katzen, die ihre Wohnung mit einem Menschen teilen (Katzenbesitzer wissen, diese Reihenfolge entspricht oft der Wahrheit) eine gewisse Erziehung genießen, die das Zusammenleben erleichtert.

Das Wichtigste: Die Katze muss sich wohlfühlen

Kommt eine Baby Katze in die Wohnung, sollte dies nur in absoluten Notfällen vor der 12. Lebenswoche geschehen. Diese Zeit brauchen die Kätzchen, um die Erziehung seitens ihrer Mutter zu genießen. Die Grundkenntnisse im Katzenleben werden hier angeeignet. Verstirbt die Katzenmama oder nimmt sie ihre Jungen nicht an, muss der Mensch natürlich helfen; das sollten aber Ausnahmen bleiben, da diese besondere Aufzucht auch Erfahrung voraussetzt.

Es ist ein Unterschied, ob eine Katze in einer Wohnung zur Welt kommt, oder irgendwo in landwirtschaftlicher oder freier Umgebung. Auf Bauernhöfen und bei wild lebenden Katzen herrschen andere Voraussetzungen, schon was Krankheiten und Hygiene betrifft. Die Wohnungskatze kennt den Staubsauger, die Kaffeemaschine, den Fernseher – die Freigänger wissen über Motoren und Co. Bescheid. Nicht nur Erfahrungen mit Geräuschen, sondern auch anderen Tieren, neuen Gerüchen, Einrichtungsgegenständen und so weiter muss eine Babykatze bei ihrem Einzug in ein neues Heim erst machen und sich an alles gewöhnen. Ein quirliges Familienleben mit Kindern kann ebenso neu sein und momentane Unsicherheit auslösen.

Lassen Sie eine neue Katze, egal, welchen Alterst, erst einmal im neuen Zuhause ankommen. Achten Sie in dieser Zeit darauf, dass sie sich keine Untugenden aneignet. Hilfsmittel können Pheromonsprays oder -spender sein, aber auch geschlossene Türen, zum Beispiel zum Wohnzimmer, wo das Sofa zum Krallenschärfen reizt. Zugänglich muss die Katzentoilette sein, aber auch Wasser und Futter und ein bequemer, unbehelligter Schlafplatz. Haben Sie andere Tiere, separieren Sie den Neuankömmling die ersten paar Tage, vor allem, wenn Sie das Haus verlassen.

Sie bemerken es selbst, wenn die Katze sich ausgiebig putzt und schnurrend kommt, um ihre Streicheleinheiten einzuholen, spielt und lustvoll ihr Menü verspeist: Nun ist sie im neuen Zuhause angekommen, die Erziehung kann beginnen.

a) Die Katzentoilette – Katzen, die in einer Wohnung zur Welt kommen, sind schnell stubenrein. Sie bekommen dies von der Mutter beigebracht. Setzen Sie eine Katze, die sie von einem Tierheim, Bauernhof oder ähnlicher Herkunft holen, als erstes ins saubere Katzenklo und lassen Sie die neue Welt von dort aus erkunden. Bei den meisten Tieren reicht dies, um sie stubenrein zu bekommen. Lassen Sie in der Wohnung keine Papierstapel, Wäschehaufen oder ähnliche Dinge liegen. Verwechslungsgefahr mit dem Katzenklo ist dann nicht ausgeschlossen und manche böse Überraschung könnte drohen. Leider laden auch größere Pflanzgefäße mit Blumenerde die Katze ein, ihr Geschäft hier zu verrichten. Diese können aber abgedeckt werden.

Geht doch einmal etwas schief, könnte dies Ihre eigene Schuld sein, weil sie zum Beispiel duftende Reinigungsmittel zum Waschen des Katzenklos verwendet haben oder es einfach zu lange nicht sauber gemacht wurde. Strafen Sie die Katze nicht für Ihren Fehler. Anfängliche „Versehen“ quittieren Sie immer mit dem gleichen Vorgehen: Nehmen Sie die Katze hoch und setzen Sie sie in die Katzentoilette. Erwischen Sie das Tier auf frischer Tat, dürfen Sie mit einem bestimmten „NEIN!“ ruhig zeigen, dass Ihnen das nicht gefällt.

b) Kratzbaum statt Sofa – Hier wird es vor allem dann kritisch, wenn der Katze langweilig wird. Unbeobachtet im Wohnzimmer alleine: Dann sind die Ecken der Couch schnell ein Opfer der scharfen Krallen. Die Lösung heißt Kratzbaum, meist nicht nur zum Kratzen, sondern auch ausgiebigen Spielen und entspannten Schlafen gebaut – mit Rückzugsmöglichkeit in Höhlen, Hängematten und auf mehreren Plateaus. Nun muss die Katze nur noch begreifen, dass das Sofa und alle anderen Möbel tabu sind, Sie sich aber sehr freuen, wenn der Kratzbaum bearbeitet wird. Nur der Moment der Tat zählt hier – wenn Sie auch nur 5 Minuten zu spät kommen versteht die Katze ihren Ärger nicht mehr. Händeklatschen, ein deutliches „Kusch!“ oder „Nein!“ und wiederum das Wegnehmen vom Tatort Sofa hin zum erlaubten Kratzbaum muss hier konsequent erfolgen.

c) Der menschliche Esstisch – Dieser sollte Tabuzone sein, es sei denn, Sie möchten gerne eine kecke Katze am Tisch sitzen haben, die Ihnen das Schnitzel von der Gabel und den Backfisch vom Teller klaut. Vom ersten Tag an müssen Sie zeigen, das darfst Du nicht und die Katze mit entsprechenden Lauten vertreiben beziehungsweise vom Tisch heben und auf den Boden setzen. Schläge, auch mit zusammengerollten Zeitungen oder ähnlichen Dingen, sind Tierquälerei.

d) Vom Stubentiger zum Freigänger – Erst, wenn die Katze auf Ihren Namen hört und sich zuhause wohl und zufrieden fühlt, sollte sie in ein Leben als Freigänger entlassen werden. Zunächst Eingang und Ausgang festlegen, die Katzenklappe, sofern vorhanden, näherbringen – dann kann es losgehen. Häuser neben viel befahrenen Straßen sind quasi ein Todesurteil für die hier lebenden Tiere. In solchen Wohnlagen sollte man wahlweise gar keine Katze halten oder einen wirklichen Stubentiger, vielleicht mit einem vergitterten Balkon als Frischluftquelle, halten. Ein guter Tipp für Katzenhalter mit Freigänger Katzen: Es gibt Katzenklappen mit einem eingebauten Lesegerät für den Haustierchip. Die Klappe kann damit nur von der eigenen Katze betätigt werden, alle neugierigen Nachbarskatzen und hungrigen Streuner bleiben draußen.

Merke: Es ist wahrscheinlicher, dass die Katze den Menschen erzieht, als umgekehrt. Mit Geduld und Geschick kann es aber gelingen, dem Tier die Grundregeln für ein schönes Zusammenleben beizubringen.

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

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