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14.01.20

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Hauskatze oder Rassekatze – Kosten, Pflege, Krankheiten im Vergleich

Es gibt weltweit viele Katzenfreunde, denen niemals eine einfache Hauskatze in die Stube käme – sie schwören auf die Rassekatzen und haben auch ihre Argumente hierfür. Ebenso gibt es aber auch die Fraktion derer, die gerne ein Tier aus dem Tierschutz oder von einem Bauernhof holen, es aufpäppeln und – obwohl keine Besonderheiten mit dem Tier und seinem Aussehen verbunden sind – es ein Leben lang lieben und umsorgen. Klare Vorstellungen zu haben, welche „Partei“ man ergreift, ist nicht falsch, denn nur, wer sich wirklich ganz bewusst für ein Haustier entscheidet, ist ein guter Tierhalter. Doch halten sich hartnäckig einige Gerüchte, dass eine Rassekatze nicht nur teurer in der Anschaffung ist, sondern dass für sie auch mehr Kosten für Tierarzt, Futter und so weiter anfalle. Auch die Pflege sei um ein Hauskatze oder Rassekatze – Kosten, Pflege, Krankheiten im Vergleich um ein Vielfaches aufwändiger. Doch was stimmt nun an diesen Gerüchten und was nicht?

Die Anschaffungskosten: Züchter von Rassekatzen verlangen viel Geld

1. Der Züchter

Tausend Euro und sogar deutlich mehr: Das gibt man für ein Katzenbaby mit Papieren von einem ordentlichen Züchter gut und gerne aus. Dafür bekommt man ein junges Kätzchen, das gut betreut seine ersten Lebenswochen verbringen konnte, das schon die ersten Impfungen bekommen hat und entwurmt ist. Bezahlen tut man allerdings nicht nur für die Arbeit der Aufzucht, sondern auch für die Vorbereitungen der Geburt an sich.

Für die Verpaarung reinrassiger Katzen gibt es seitens der Zuchtverbände Vorschriften, die einzuhalten sind. Ein Kater, der für die Paarung in Frage kommt, muss gefunden werden, sein Einsatz kostet oft richtig Geld. Schon die Schwangerschaft der reinrassigen Katze wird dann vom Tierarzt begleitet. Papiere für jedes Tier zu beschaffen, sie zu chippen und der gesamte Aufwand: Das muss irgendwo auch entlohnt werden. Der neue Besitzer muss hier nur noch die Impfungen auffrischen lassen sowie die Kastration im passenden Alter berücksichtigen und bezahlen.

2. Die Katze vom Bauernhof

Die Hauskatze entsteht meistens aus Zufall hinter irgendeiner Scheune, ohne auf Inzucht, Erbkrankheiten oder andere Zuchthinderungsgründe zu achten. Irgendwann verschwindet das Katzenweibchen und taucht einige Tage später wieder auf, in Begleitung einer vorher kaum absehbaren Zahl von Jungen. Sofern die Besitzer die Tiere, zum Beispiel auf einem Bauernhof, nicht einfach ihrem Schicksal überlassen, sind diese Menschen meistens froh, wenn jemand kommt und ein Jungtier mitnimmt.

Das ist noch besser, als die natürliche Selektion, die automatisch eintritt, wenn viele Katzen mit einem schlechten Versorgungszustand auf einem Gelände hausen. Da kommen nur die stärksten Tiere davon und diese produzieren in kürzester Zeit wiederum eigentlich unerwünschten Nachwuchs, gegen den aber ebenso wieder niemand etwas unternimmt, es sei denn, der Katzenschutz setzt Grenzen und kastriert die Tiere. Für ein Katzenjunges vom Bauernhof bezahlt man also meistens nichts, muss aber die gesamte Erstversorgung beim Tierarzt übernehmen: Die Beseitigung vorhandener Erkrankungen (zum Beispiel Katzenschnupfen), die Impfungen und deren Auffrischungen, das Entwurmen, später auch die Kastration. Eine Garantie, dass die Tiere davonkommen gibt es natürlich hier nicht. Welche Krankheiten sie eventuell schon in sich tragen, kann zu dem Zeitpunkt, an dem sie mitgenommen werden, noch niemand sagen.

3. Tierschutz Katzenbabys

Aus dem Tierheim oder aus Pflegestellen des Katzenschutzes bekommt man ebenfalls Katzenbabys. Nicht immer sind es Hauskatzen, sondern manchmal auch Rassekatzen, die hier aus schlechten Verhältnissen befreit und dann weiter vermittelt werden. Der Katzenschutz macht nur sehr selten einen Unterschied in der Behandlung der Kitten. Es wird bei erfolgreicher Vermittlung eine Schutzgebühr erhoben. Diese wird dem Verein zugeführt, der davon Tierarztkosten, Kastration etc., bezahlt. Auch die Kosten für die Befreiung (Transporte etc.) werden davon finanziert. Die Schutzgebühr soll verhindern, dass Tiere eine Art Ware sind, die nicht mit der entsprechenden Wertschätzung behandelt wird. Auch hier bekommt man geimpfte, weitestgehend gesunde Tiere mit Chip und Ausweis, gleich welcher Herkunft die Tiere sind. Zuchtpapiere wird es hier natürlich nicht geben, doch die eine oder andere Rassekatze hat hier schon zu einem deutlich niedrigeren Preis als vom Züchter ein glückliches Heim gefunden.

4. Vermehrer, Auslandsangebote

Hauptsache viele und reinrassige Jungtiere, die dann zu einem scheinbaren Schnäppchenpreis feil geboten werden: So arbeiten sogenannte Vermehrer. Kosten ein Rasse-Kitten bei einem ordentlichen Züchter beispielsweise 1000 Euro, gibt es, etwa im Internet, Angebote zu 500 oder 700 Euro, die natürlich zunächst verlockend erscheinen. Man muss allerdings wissen, dass in solch unseriöser Zucht niemand auf Erbkrankheiten, Inzucht Verpaarungen oder ähnliches aufpasst. Kaum hat eine Mama ihre Babys aus dem gröbsten heraus, wird sie wieder verpaart – der Profit ist wichtiger als die Gesundheit eines Tieres. Nicht selten zeigt sich nach einigen Tagen, dass die Jungtiere krank sind, weder entwurmt noch anderweitig tierärztlich versorgt sind und dementsprechend noch horrende Tierarztkosten anfallen. Solche unseriösen Angebote kann man nur boykottieren, damit keine Kundschaft mehr die Ausbeutung der Tiere bezahlt.

Lebenshaltungskosten Rassekatze vs. Hauskatze

Jede Katze braucht für ein Leben als Haustier einige grundlegende Dinge. Dazu gehört ein Futter- und ein Wassernapf, tägliches Futter, ein Kratzbaum, ein Schlafplatz. Sehr wichtig ist auch noch die Katzentoilette, die immer wieder frische Streu braucht, aber auch täglich sauber gehalten werden sollte. Unterschiede entstehen durch die Preisgestaltung von Futtermittelindustrie und Katzenstreu Anbietern. Man kann nun eine kleine Hauskatze mit Rinderfilet und bestem Futter versorgen, aber auch die Rassekatze mit Discounter Futter satt machen – so gesehen kann hier in den Kosten kein Unterschied festgemacht werden. Bei beiden Katzen-„Arten“ gibt es eventuell Ernährungssensibilitäten oder Unverträglichkeiten, auch die Notwendigkeit krankheitsbedingter Spezialnahrung kann sich für beide ergeben.

Bei Kratzbäumen gibt es auch einfachere und luxuriöse Ausführungen. Es bleibt Geschmackssache, welche man ins Haus holt, denn es ist ein Irrglaube, dass die Perserkatze nur im Luxus XXL Klettergerüst zufrieden leben kann. Halsbänder und Spielzeug sind ein weiteres Thema, für das man viel oder wenig Geld ausgeben kann. Falls die Katze unbedingt ein Halsband haben muss, ist es dem Tier vollkommen egal, ob dieses mit Steinen besetzt oder einfach gestaltet ist – Hauptsache, es drückt nicht.

  • Fazit: Die Lebenshaltungskosten unterscheiden sich nicht.

Tierarztkosten: Gibt es wirklich Unterschiede?

Es gibt eine Gebührenverordnung für Tierarztbehandlungen, an die sich die Veterinäre zu halten haben. Das bedeutet, es ist gleich teuer, eine Rassekatze oder eine Hauskatze impfen, kastrieren, operieren oder medikamentös behandeln zu lassen. Es bleibt also nur die Frage, ob Rassekatzen öfter krank werden, als Hauskatzen, die als deutlich robuster gelten. Hierzu kann man sagen, dass es in den Zuchtlinien bekannte Erberkrankungen und genetische Veranlagungen gibt und manche Katzenrassen deswegen als vorbelastet gelten. Doch jede Hauskatze ist ein Überraschungspaket, über dessen Genpool und Veranlagung keinerlei Spekulationen Sinn machen. So kann auch die Hauskatze an bestimmten Krankheiten leiden, die hohe Tierarztkosten nach sich ziehen. Fakt ist, dass ein Leben als reine Wohnungskatze weniger Unfallgefahren und Ansteckungsrisiken mit sich führt und die Stubentiger deswegen in den Kosten etwas günstiger wegkommen, als ihre Freigänger Kollegen.

  • Fazit: Die Tierarztkosten richten sich nach dem individuellen Tier und lassen sich nicht verallgemeinern.

Der Pflegeaufwand: Hier „gewinnt“ die Hauskatze?

Da Hauskatzen nur selten langes Fell haben, sind die Rassekatzen hier deutlich im „Nachteil“. Lediglich zufällige Mischungen mit langhaarigen Rassevertretern verschaffen einer Hauskatze lange Haare – diese Exemplare sind verhältnismäßig selten. Es gibt auch viele kurzhaarige Rassekatzen, das sollte bei dieser Diskussion um den Pflegeaufwand nicht vergessen werden. Dennoch gilt:

  • Wer sich eine langhaarige Rassekatze besorgt, muss viel Zeit in die Pflege investieren. Kurzhaarige Katzen hingegen bringen kaum Pflegeaufwand mit sich.

 


 

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

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