Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

26.06.19

jack-russell-kleinfe983

Süß und mutig > Jack Russell Terrier - Nicht für jeden Halter geeignet

Spätestens seit dem Sieg eines Jack Russell Terriers bei einer bekannten Casting Show ist dieser Hund Objekt der Begierde vieler Hundefans. Sie sind klein, definitiv putzig und scheinbar pflegeleicht, können viele Tricks und sind ein spaßiger Begleiter für das Leben. Meint man zumindest, wenn man sich nicht weiter über diese Rasse informiert hat. Die kecken Hunde mit dem kurzen und daher wenig pflegeintensiven  Fell werden maximal 30 cm groß und haben im Idealfall nicht mehr als zwischen 5 und 6 Kilogramm Körpergewicht. Die Grundfarbe der Hündchen ist weiß und weist einmal mehr und einmal weniger verschiedene Braun- und Schwarztöne in Form willkürlich verteilter Flecken auf. Auffällig ist der stets wachsame, schon fast übereifrige und fordernde Gesichtsausdruck des Hundes, wenn er nicht zufällig gerade schläft. Der Jack Russell nimmt wirklich jede Einladung zu Arbeit und Spiel dankbar an und kennt kaum eine Grenze der Erschöpfung. Neben Border Collie und Huskie (nur als Beispiele genannt) gehört der kleine Terrier definitiv zu den Hunderassen, die ihre Halter schnell überfordern beziehungsweise dann ein Leben fristen, das ihrer Veranlagung nicht gerecht wird. Der Jack Russell ist nicht als kuscheliger Schmusehund für das Sofa geeignet und wird eine entsprechende nicht geeignete Haltung mit massivem Fehlverhalten quittieren – oder ein Leben lang leiden.

Ein fröhliches Energiebündel mit grenzenlosem Temperament

Wenn man einem Jack Russell Terrier beim Spielen oder Arbeiten zusieht, steckt die gute Laune des Tieres unweigerlich an. Scheinbar endlos kann der Halter ihn mit Laufen und Springen beschäftigen, wobei die Ausdauer des Hundes die des Besitzers meistens übersteigt. Dem kleinen Kraftpaket macht es nichts aus, wenn nach einer langen Joggingrunde an der Leine noch eine Übungseinheit im Dogdancing absolviert wird und es danach noch zum Spielen in den Park oder Garten geht. Der Terrier ist ein wirkliches Arbeitstier und bei entsprechender Erziehung als Begleit- und Jagdhund perfekt einsetzbar. Die Rasse ins Leben gerufen hatte übrigens ein britischer Geistlicher mit der Passion fürs Jagen – sein Name John Russell. Das Ziel seiner Zuchtbemühungen war ein Foxterrier für die Fuchsjagd, geeignet dafür, die Füchse aus ihren Bauten zu holen. Im Laufe der Zeit entstand so der Jack Russell, aber auch der Parson Russell Terrier – etwas größer und kantiger gebaut, als sein kleiner Artgenosse.

Rassebedingte Probleme für Hundehalter

1.    Jagdinstinkt

Ein schlecht erzogener und eventuell nicht angeleinter Jack Russell Terrier wird sehr zuverlässig seinen Halter vor Probleme stellen. Ein Vogel, ein Kaninchen, ja selbst ein Blatt im Wind oder ein Schmetterling können schon Grund genug sein, alles zu ignorieren, was Herrchen oder Frauchen noch sagen oder rufen. Der Jagdinstinkt geht gnadenlos mit dem kleinen Hund durch, was natürlich nicht nur bei nahen Straßen eine große Gefahr darstellt. Auch das Wiederfinden in einem großen Waldstück wird zum Problem, denn der Gehorsam während so einer Verfolgungsjagd ist meist entsprechend minimal ausgeprägt.

2.    Bewegungsdrang

Der Plan, mit einem erwachsenen Jack Russell Terrier ein paar Mal am Tag eine kleine Runde Gassi zu gehen, wird scheitern. Dazu ist der Bewegungsdrang des Hundes viel zu groß. Zum ansehnlichen Laufpensum gesellt sich, wie bereits erwähnt, der Wunsch nach Springen und Herumtollen, weswegen die ausdauernden Kraftpakete sich gerne für Parcours und andere Aufgabengebiete anlernen lassen. Voller Begeisterung führen sie die Kommandos aus, lernen schnell und sind kaum zu bremsen, wenn sie zeigen sollen, was sie können. Eine strenge Hand schadet nicht, denn die lustigen gesellen schießen nicht selten über das Ziel hinaus und müssen quasi von Geburt an ihre Grenzen gesteckt bekommen – mit liebevoller Führung, aber ausnahmsloser Konsequenz. Dem Jack Russell Terrier seinen Bewegungsdrang abzutrainieren, wäre fatal: Langeweile darf nicht aufkommen, da sich der Hund in diesem Fall andere Ablenkungen suchen wird – die Palette der Möglichkeiten reicht von zahllosen Versuchen, auszubüchsen bis hin zu einer mehr oder minder unbezwingbaren Zerstörungswut, die das Tier an allem auslässt – Schuhe, Möbel und so weiter.

3.    Arbeits- und Spielwille

Wird der Jack Russell Terrier nicht als Arbeitshund gehalten, muss er zu seinem Bewegungspensum jeden Tag auch durch Arbeitsersatz und Spiel beschäftigt werden. Das bedeutet für den Halter, dass er in jedem Fall auch eine Menge Zeit und Motivation aufbringen muss. Egal, welches Wetter draußen herrscht, egal, ob man einmal ausschlafen und einen faulen Tag haben will. Die Laufbahn, nach der Welpenschule übergangslos in eine Hundeschule für erwachsene Tiere zu wechseln und das Übungsprogramm ständig zu erhalten und zu erweitern, ist anzuraten. Ein unterbeschäftigter Jack Russell Terrier gräbt voller Begeisterung tiefe Löcher in den Garten, zerbeißt Spielzeug und mehr, kratzt an Türen und Möbeln und wird auch langatmig laut, wenn die Aufmerksamkeit der Besitzer zu wünschen übrig lässt.

4.    Beschützerinstinkt

Kleiner Hund ganz groß: Der mutige kleine Terrier wird sein „Rudel“ verteidigen, da gibt es gar keine Frage. Dieser Beschützerinstinkt darf ruhig in gewissem Maße toleriert werden, wenn der Hund seine Grenzen kennt. Lässt man das Tier aber gewähren, kann es zu gefährlichen Situationen kommen. Nähert sich eine fremde Person dem Kind im Kinderwagen, wird das kleine Familienmitglied mit aller Kraft verteidigt – da kann es schon einmal Bisswunden setzen. Zum Problem mit Nachbarn könnte es kommen, wenn der kleine wachsame Freund jedes Geräusch deutlich vernehmbar meldet.

Fazit: Ein Jack Russell Terrier muss gut erzogen sein, kostet den Besitzer ein Leben lang Kraft und Ausdauer und braucht auch in fortgeschrittenem Alter eine führende Hand mit der nötigen pausenlosen Konsequenz. Beinahe dankbar zeigt sich der Terrier für ein selbstverständliches Regelwerk, dessen Einhaltung erste Pflicht für Hund und Halter ist. Garantiert werden kann, dass der höchst intelligente und ansonsten getreue Gefährte sein Leben lang immer wieder probieren wird, den Besitzer an seine Grenzen zu bringen, ihn immer wieder auf seine Konsequenz hin testet und Ausnahmen gnadenlos quittieren wird. Im Leben des Jack Russell darf es eines niemals geben: Langeweile!

Der gesunde Mittelweg für den Jack Russell Terrier

Die kleinen Energiebündel stellen an den Halter höhere Anforderungen bezüglich der Ernährung und der Gesundheit. Natürlich muss ein Hund, der den ganzen Tag in Bewegung ist, mehr Kalorien zu sich nehmen, als ein Kollege, der am liebsten beim Herrchen auf der Couch lümmelt. Gibt es Tage mit mehr oder weniger „Sport“, muss die Nahrung entsprechend angepasst werden. Wer mit einem Hund intensiv nach dem Belohnungsprinzip arbeitet, sollte beim Ernährungsplan auch die Menge der Leckerlis berücksichtigen. Dadurch, dass der Jack Russell sich gern bewegt, ist Übergewicht doppelt fatal, weil es sich entsprechend schneller auf die Gelenke niederschlägt, die seine flinke Beweglichkeit ermöglichen.

Maß und Ziel zu finden, gilt auch in Sachen Training. Der agile und motivierte Hund wird sich kaum selbst Grenzen setzen, wenn es um hohe Sprünge oder andere, Wirbelsäule, Bänder und Gelenke strapazierende Bewegungsabläufe geht. Hier liegt es am Halter, den Hund angemessen zu fordern, ihn aber nicht über die Maßen zu strapazieren. Dabei kann man sich die Liebe des Hundes zum Wasser zu Nutze machen, aber noch besser Übungen aus dem Agility (oder einem anderen Hunde-) Sport in den Tagesplan aufnehmen. Der Jagdhund wird exzellente Leistungen bei Nasenarbeit vorweisen und freut sich über seinen Einsatz als Laufbegleithund für Reiter oder Jogger.

>>> Der Jack Russell Terrier ist als reinrassiger, aber auch Mischlings-Hund eine Herausforderung, der nicht jeder Halter gewachsen ist. Um dem Hund aber ein seiner Veranlagung gerechtes Leben zu ermöglichen, sollte man sich vor der Anschaffung klar werden, ob man folgende Verpflichtungen eingehen möchte:

-    Ausreichend Zeit für die Beschäftigung des Hundes
-    Genügend eigene Motivation für das tägliche und unumgängliche Bewegungspensum
-    Bereitschaft zur Konsequenz und niemals endenden Erziehung beziehungsweise Einhaltung aller jemals aufgestellter Regeln

Ist nur einer dieser drei Faktoren nicht sicher zu gewährleisten, ist der Jack Russell Terrier NICHT als Haustier geeignet.

 


 

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

Der BUBECK Blog

Wissen rund um Hunde, Katzen und gesunde Ernährung

Produkte filtern

mops-bubeck-welpenc5e22

Bei ausreichendem Auslauf ist der Mops mit dem Leben in der Wohnung durchaus zufrieden. Zu viel Bequemlichkeit schadet der Gesundheit der Tiere. Sie eignen sich als Begleithunde für Singles und Paare mit ausreichend Zeit für die Hundehaltung, aber auch fü

chihuahua-bubeck-welpen15df3

Wer einen Freund fürs Leben sucht, der ihn Tag und Nacht begleitet, ist mit einem Chihuahua bestens bedient. Die kleinen Racker haben einen großen Spaßfaktor, sind Seelentröster und Garant für Abwechslung zugleich. Sie sind handlich klein und passen in Ta

bubeck-bernersennen-welpenc0202

Sich einen Berner Sennenhund ins Haus zu holen, ist nicht ohne. Die Tiere sind nicht für jede Wohnung geeignet, brauchen viel Platz und Auslauf. Sie sehen aus, wie gemütliche Bärchen, vor allem als Welpen. Dennoch müssen sie sich ausreichend bewegen, um i

bubeck-labrador-welpen-suess06fa9

Würde man den Labrador beziehungsweise Labrador Retriever so füttern, wie es der Appetit dieser lieben Hunde verlangt, hätte dieses Tier sehr schnell wahnsinnige Gewichtsprobleme und unter allen daraus folgenden gesundheitlichen Konsequenzen zu leiden. Wa

bubeck-havaneser-hund-stein621c8

Havaneser sind als Familienhund oder Begleithund definitiv ein Sonnenschein im Leben. Sie sind spielfreudig, dabei aufmerksam und keck. Ihre Intelligenz macht wahre Freude; sie lernen auch kleine Tricks und sind begeisterte Begleiter für Spaziergänge und

tramp-und-hundf969d

Ein kleiner Welpe rackert sich durch sein Leben. Er entdeckt jede wache Minute etwas Spannendes und Neues, während der Körper aber zugleich mit der wichtigen Aufgabe eines gesunden Wachstums beschäftigt ist. Die Power, die ein Jungtier dafür braucht, beko

tierarzt_webeca1c

Wer einen jungen Hund zuhause hat, kann sich gar nicht vorstellen, dass dieses gebündelte Paket aus Abenteuerlust und Lebensfreude einmal alt und krank werden könnte. Wie auch Menschen in der Blüte ihres Lebens nicht daran glauben, dass sie einmal Rückenb

animal-12843078a0da

Die Zeiten, in denen man nach dem Grundsatz handelte, egal, wie – Hauptsache satt, sind lange vorbei. Heute weiß sogar jeder Laie, dass auch bei Haustieren eine adäquate Ernährung von größter Wichtigkeit ist. Wie beim Menschen sind unangenehme Erkrankunge