Artikel anhören:
Für alle, die den Inhalt des Textes lieber hören wollen, haben wir den Artikel zusammenfassen lassen. Viel Vergnügen beim Hören in der folgenden Datei.
Kurz erklärt
Teil 6 der Serie - Was passiert im Darm
Im Darm Ihres Hundes lebt ein dichtes Ökosystem aus Mikroorganismen – das Mikrobiom. Es zerlegt das, was aus dem Dünndarm übrig bleibt, und produziert dabei kurzkettige Fettsäuren (z. B. Butyrat), aber auch Gase. Je „hektischer“ Kohlenhydrate ankommen (z. B. stark aufgeblähte, extrem leicht verfügbare Stärke), desto eher kommt es zu ungewollter Gärung.
Bubeck setzt auf Backen: Stärke wird natürlich aufgeschlossen, bleibt aber strukturell ruhig. Zusammen mit klaren Rezepturen ohne Aromamäntel und Emulgatoren ergibt das eine berechenbare Fütterung – gut für den Bauch, gut für die Nerven.
Für Profis – die Mechanik in Kürze
- Dünndarm vs. Dickdarm: Stärke gehört primär in den Dünndarm (Amylasen/Disaccharidasen). Reste, die ankommen, werden im Dickdarm fermentiert.
- Gärprodukte: Fermentation liefert SCFA (Acetat, Propionat, Butyrat) – erwünscht –, aber auch Gase (H₂, CO₂, CH₄) – in Übermaß unerwünscht.
- Substrattempo: Sehr „offene“/aufgeblähte Stärken (typisch nach Druck-/Kurzzeitprozessen) sind rasant verfügbar. Überschüsse rutschen leichter in den Dickdarm → schnelle Gärung, Osmolalität↑, Motilität↑.
- Faserqualität: Lösliche, moderat fermentierbare Fasern (Viskosität ↑, Fermentationsrate gleichmäßig) fördern Butyrat und pH-Stabilität; unlösliche Fasern strukturieren den Darminhalt, ohne stark zu „zischen“.
- Fettmäntel/Aromen: Oberflächenfette/Aromasprays verlängern Kontaktzeiten an der Schleimhaut und können die mikrobielle Zusammensetzung indirekt beeinflussen (Substratlage, Adhäsion).
- Technologie & aw: Trockene Wärme, definierte Verweilzeiten und stabile Wasseraktivität (aw) ergeben ein ruhiges Produkt mit geringer post-process-Mikroaktivität.
Warum das für den Hund relevant ist
- Ruhige
Stärke → ruhiger Dünndarm
Natürlich aufgeschlossene, nicht aufgepuffte Stärke ist berechenbar. Sie wird dort genutzt, wo sie hingehört – im Dünndarm. - Fermentation
ja – aber dosiert
Butyrat ist wertvoll für die Darmschleimhaut. Entscheidend ist das Tempo: gleichmäßige Fermentation statt „Zuckerfeuerwerk“. - Weniger
„Zündstoff“ im Dickdarm
Wenn Stärke überdosiert oder zu schnell ist, landet sie als Gärsubstrat im Dickdarm. Ergebnis: Gas, Druck, unruhiger Bauch. Technologie, Rezeptur und Portionsdisziplin verhindern genau das. - Kein
„Klebeeffekt“ auf der Oberfläche
Wo keine Fettsprays und keine Aromamäntel sind, gibt es weniger „Ankerflächen“ für Unerwünschtes. Das Mikrobiom arbeitet am Futter – nicht am Film.
Bubeck macht hier den Unterschied – konkret
- Backen
statt Aufpuffen
Steinofen-Backen öffnet die Stärkematrix natürlich. Das Ergebnis ist gut zugänglich, aber nicht hyperreaktiv. So bleibt mehr Dünndarmlogik und weniger Dickdarmzirkus. - Ohne
Emulgatoren & ohne Aromamäntel
Wir verzichten auf Texturtricks und Geruchslacke. Die Schleimhaut bleibt unaufgeregt, das Mikrobiom arbeitet ohne künstliche Anfeuerung. - Stabile
Wasseraktivität (aw)
Trockene Kruste, definierte aw-Bereiche – das hält das Produkt lagerstabil und reduziert mikrobielle Nachaktivität außerhalb des Hundes. - Klare
Rezepturen
Je kürzer die Zutatenliste, desto vorhersagbarer die mikrobielle Nutzung. Das ergibt weniger Peaks und mehr Kontinuität. - Faser
mit Vernunft
Wir denken Faserqualität als Funktion (viskositätsbildend vs. strukturierend), nicht als Modewort. Ziel: gleichmäßige Fermentation, nicht maximal viel.
Woran Sie „Bauchruhe“ im Alltag erkennen (ohne Messlabor)
- Entspannter Hund nach dem Fressen, keine „Auf-und-Ab“-Hektik.
- Weniger hörbares Bauchgrummeln und weniger Aufstoßen/Flatulenz.
- Konstanter
Appetit ohne kurze Aroma-Hochs und anschließenden Frust.
(Alltagsbeobachtungen – Diagnostik/Therapie gehören in die Praxis.)
Einkauf mit System: Ihre Checkliste
- Herstellung: klar gebacken, nicht „druck-/dampf-veredelt“.
- Zutatenliste: kurz, ohne Emulgatoren, ohne Aromen als Mantel.
- Oberfläche: matt & trocken, nicht glänzend/ölig.
- Transparenz: Aussagen zu aw, Prozessführung, keine Nachfettung.
Transparenzkasten Bubeck
- Gebacken im Steinofen – definierte Verweilzeiten statt Prozessspitzen.
- Keine Oberflächenfettsprays, keine Aromasprays.
- Stabile aw-Werte, chargensicher im Zielband.
- Kurze Zutatenlisten, Faser mit Funktion statt Mode.
Was wir bewusst nicht tun
Wir versprechen keine Heilung und ersetzen keine Diagnostik. Unser Beitrag ist Handwerk: Rezepturen und Technologie so zu wählen, dass Mikrobiom & Darmbarriere ruhig arbeiten können.
Quellen
Marker (Zonulin, fäkales Calprotectin, elastase) und Interpretation
- Scheffler L et al. (2018). Widely used commercial “zonulin” ELISA does not detect preHP2 but recognizes properdin. Front Endocrinol 9:22. doi:10.3389/fendo.2018.00022.
- Ajamian M et al. (2019). Serum zonulin as a marker of barrier function: limits of current assays. PLoS One 14(1):e0210728. doi:10.1371/journal.pone.0210728.
- Heilmann RM et al. (2018). Association of fecal calprotectin with canine chronic enteropathies. J Vet Intern Med 32(2):679-692. doi:10.1111/jvim.15065.
- Grellet A et al. (2013). Fecal calprotectin in adult dogs with chronic diarrhea. Am J Vet Res 74(5):706-711. doi:10.2460/ajvr.74.5.706.
- MSD Vet Manual (2020). Exocrine Pancreatic Insufficiency in Dogs and Cats – Hinweis zur geringen Spezifität von fäkaler Elastase beim Hund.
- Battersby IA et al. (2005). Effect of intestinal inflammation on fecal elastase in dogs. J Small Anim Pract 46(6):273-278. doi:10.1111/j.1748-5827.2005.tb00316.x.
15,90 €
Versandkostenfrei
Zusammenfassung des Buches zum Hören
Hier ist eine Zusammenfassung des Buches. Hör mal rein.