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16.02.25

Marker & Technik – was Zahlen wirklich bedeuten (ohne Medizinfloskeln)

Marker & Technik – was Zahlen wirklich bedeuten (ohne Medizinfloskeln)

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Für alle, die den Inhalt des Textes lieber hören wollen, haben wir den Artikel zusammenfassen lassen.  Viel Vergnügen beim Hören in der folgenden Datei.

14:06 Min · „Wie Futterherstellung den Hundedarm stresst“

Kurz erklärt 

Teil 7 der Serie - Was passiert im Darm

Laborwerte erzählen Geschichten – aber nur im Kontext. Zonulin und sIgA deuten auf die Darmbarriere und das Schleimhaut-Immunsystem hin. Elastase und Gallensäuren beschreiben, wie Verdauung & Fettstoffwechsel arbeiten. In der Produktion sagen Wasseraktivität (aw), Stärkegelatinisierung und Oberflächenfett etwas über Stabilität, Verdaulichkeit und „technische Ruhe“ aus.

Bubeck nutzt diese Logiken nicht, um Diagnosen zu stellen, sondern um Futter ehrlich und vorhersehbar zu machen: gebacken, ohne Emulgatoren, ohne Aromamäntel, ohne Oberflächenfettsprays, mit stabiler aw und maßvoll aufgeschlossener Stärke.


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Für Profis – die Mechanik in Kürze

  • Zonulin: Modulator von Tight Junctions; höhere Werte korrelieren mit erhöhter Durchlässigkeit. Aussagekraft abhängig von Matrix, Labor und Begleitsituation.
  • sIgA: sekretorisches IgA der Schleimhaut; hoch = aktive Immunantwort/Stress an der Oberfläche, niedrig = evtl. erschöpfte oder unterforderte Barriere.
  • Pankreas-Elastase (Stuhl): Surrogat der exokrinen Pankreasleistung; niedrig = Hinweis auf eingeschränkte Enzymzufuhr in den Darm (matrixabhängig interpretieren).
  • Gallensäuren (Stuhl/Profil): Spiegel von Fettverdauung und enterohepatischem Kreislauf; Dysbalancen ↔ Mikrobiom (z. B. 7-α-Dehydroxylierung) und Schleimhautreiz.
  • Calprotectin (optional): neutrophiles Protein, Marker für Mukosa-Entzündungsaktivität (nur genannt, nicht gefordert).
  • aw (Wasseraktivität): Maß für „verfügbares Wasser“; je geringer, desto lagerstabiler und mikrobiell ruhiger das Produkt.
  • DSG/„Stärkegelatinisierung“: beschreibt, wie enzymzugänglich und strukturell aufgebläht Stärke ist; Backen = moderat & gleichmäßig, Extrusion = oft nahezu vollständig + „Puff-Effekt“.
  • Oberflächenfett/Palatant: technische Nachfettung/Aromamäntel erhöhen Kontakt an der Schleimhaut, Oxidationsfläche und Sensoreffekte.

Barriere & Schleimhaut – Marker verständlich

Zonulin (Stuhl/Serum – kontextabhängig)

  • Wofür steht es? Regelt, wie „fest“ Zellkontakte (Tight Junctions) schließen.
  • Was sagt es tendenziell? Höher = offenere Barriere (mehr „Durchgang“).
  • Wichtig: Einzelwerte sind Hinweise, keine Diagnosen. Methode/Referenzen unterscheiden sich.

sIgA (Stuhl)

  • Wofür steht es? Erste Abwehr an der Schleimhaut.
  • Tendenz: Hoch → aktive lokale Abwehr/Belastung; Niedrig → mögliche Erschöpfung oder geringe Stimulation.
  • Wichtig: Tagesform, Stress, Futterwechsel können mitreden.

Verdauung & Fettstoffwechsel – Marker verständlich

Pankreas-Elastase (Stuhl)

  • Wofür steht es? Enzymoutput der Bauchspeicheldrüse.
  • Tendenz: Niedrigverminderter Enzymfluss in den Darm.
  • Wichtig: Konsistenz/Matrix beeinflusst Messung; Kontext zählt.

Gallensäuren (Stuhl/Profil)

  • Wofür stehen sie? Fettverdauung & Gallensäure-Recycling.
  • Tendenz: Ungleichgewichte korrelieren mit Schleimhautreiz und Mikrobiom-Verschiebungen.
  • Wichtig: Ernährung, Motilität und Mikrobiom wirken zusammen.

Neutraler Merksatz: Marker deuten Richtungen an. Sie erklären selten alleine die Karte.

Technik-Kennzahlen aus der Produktion – was sie bedeuten

aw – Wasseraktivität

  • Was misst sie? Freies Wasser (nicht Gesamtfeuchte).
  • Warum wichtig? Geringere aw = mikrobiell ruhiger, lagerstabiler, weniger post-process Aktivität (auch in Bezug auf biogene Amine).
  • Bubeck-Bezug: Backkruste + trockene Wärmestabile aw ohne Hilfsstoffe.

Stärkegelatinisierung (DSG)

  • Was misst sie? Enzymzugänglichkeit & Struktur der Stärke nach Verarbeitung.
  • Warum wichtig?RuhigeDSG (Backen) → gleichmäßige Dünndarm-Nutzung, weniger Dickdarm-„Zündstoff“.
  • Bubeck-Bezug: Maßvolle DSG statt „Puff-Effekt“.

Oberflächenfett/Palatant

  • Was ist das? Nachfettung/Aromamäntel zur Akzeptanzsteigerung.
  • Warum wichtig? Erhöht Oxidationsrisiko, Kontakt zur Schleimhaut, Sensor-Peaks.
  • Bubeck-Bezug: Keine Oberflächenfettsprays, keine Aromamäntel – Backaroma reicht.

Oxidationskennzahlen (Fette) – orientierend

  • Peroxid-/p-Anisidin-Wert, TBARS: Signale für Primär-/Sekundäroxidation.
  • Warum wichtig? Oxidierte Fette bedeuten zusätzliche Leberarbeit.
  • Bubeck-Bezug: Keine Fettsprays auf der Oberfläche → weniger Oxidationsfläche.

Wie Bubeck diese Logik handwerklich nutzt (ohne Medizin)

  1. Backen im Steinofen
    Trockene Wärme + definierte Verweilzeitenstabile aw, maßvolle DSG, keine Prozessspitzen.
  2. Additiv-Disziplin
    Ohne Emulgatoren, ohne Aromamäntel, ohne Oberflächenfettsprays – respektiert Schleimschicht und Leberarbeit.
  3. Rezeptur-Klarheit
    Kurze ZutatenlistenVorhersehbarkeit für den Organismus statt Additiv-Überraschungen.
  4. Prozess- & Lager-Sorgfalt
    Zügige Verarbeitung, Backprofil-Dokumentation, trocken/kühl/dicht lagern → ruhige Produkte bis zum Napf.

Einkauf mit System: Ihre Checkliste (neutral & praktisch)

  • Herstellung klar angegeben? Gebacken statt „hochdruck-veredelt“.
  • Zutatenlisten sauber? Ohne Emulgatoren, ohne Aromen als Mantel.
  • Produktoptik ehrlich? Matt & trocken statt glänzend/ölig.
  • Transparenz zur Technik? Hinweise zu aw, keiner Nachfettung, Backprofil.

Transparenzkasten Bubeck

  • Gebacken im Steinofendefinierte Temperatur-/Zeitfenster.
  • Stabile Wasseraktivität (aw)chargensicher im Zielband.
  • Keine Oberflächenfettsprays, keine Aromasprays, keine Emulgatoren.
  • Maßvolle Stärkegelatinisierungruhige Dünndarmlogik.
  • Kurze Zutatenlistennachvollziehbar seit 1893.

Was wir bewusst nicht tun

Wir stellen keine Diagnosen und geben keine Heilsversprechen. Unsere Aufgabe ist Handwerk: Technologie und Rezeptur so zu wählen, dass Barriere, Mikrobiom und Leber ruhig arbeiten können. Medizinische Fragen gehören in die behandelnde Praxis.

Quellen

Verarbeitung: Backen vs. Extrusion, RS-Erhalt, Oxidation & aw

  1. Alvarenga IC et al. (2024). Processing of corn-based dog foods through pelleting, baking and extrusion: effects on utilization & gut health. J Anim Sci, ska e067. doi:10.1093/jas/skae067. 
  2. Koppel K et al. (2014). Effects of cooking process and meat inclusion on pet food texture & palatability (baked vs extruded). Animals (Basel) 4(4):682-697. doi:10.3390/ani4040682.
  3. Perry EB et al. (2022). Starch gelatinization in extruded dog foods. Animals 12(23):3357. doi:10.3390/ani12233357.
  4. Alvarenga IC et al. (2021). Lower mechanical energy retains more in-vitro resistant starch in dog kibble. Foods 10(11):2526. doi:10.3390/foods10112526.
  5. Barden LM, Decker EA (2016). Lipid Oxidation in Low-Moisture Food: A Review. (Texas A&M White Paper).
  6. FDA (2014). Water Activity (aw) in Foods (Guidance).

Zusammenfassung des Buches zum Hören

Hier ist eine Zusammenfassung des Buches. Hör mal rein. 

18:13 Min · „Craftfood vs. Fastfood - Das Buch von Kai Nagel über Hundeernährung“

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

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