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03.04.24

Ein kritischer Blick in die Heimtierbranche

Ein provokanter Trend setzt sich in der Futtermittelindustrie durch: Nahezu jeder Hersteller bringt plötzlich eine Veterinär-Linie auf den Markt, mit einem speziellen Augenmerk auf Nierenprobleme bei Hunden. Bei Bubeck werfen wir schon lange einen kritischen Blick auf diesen plötzlichen Sinneswandel. Wie schaffen es Hersteller, sich aus dem engen Korsett des Fleisch-Dogmas zu befreien? Die Antwort wird nun immer offensichtlicher.

Über ein Jahrzehnt lang wurden wir Zeugen, wie die Heimtierbranche mit dem Mantra "Mehr Fleisch, immer mehr Fleisch" geworben hat. BARF wurde zur Religion erhoben. Nun ernten wir die bitteren Früchte dieser Philosophie: eine Epidemie von Nierenproblemen bei Hunden. Ironischerweise sind es gerade die Marken, die einst als Hohepriester des Fleischkults galten, die jetzt mit Vet-Linien für nierenkranke Vierbeiner vorpreschen.

Es ist an der Zeit, sich grundlegende Fragen zu stellen. Warum plagen Nierenkrankheiten unsere Hunde in solch alarmierender Zahl? Ein Teil der Antwort liegt in einem Missverständnis, das so alt ist wie die Heimtierindustrie selbst: Hunde sind keine reinen Fleischfresser. Die einseitige Fleischfütterung hat zu einer Überbelastung der Nieren geführt, da Hunde – wie auch Menschen – den proteinbedingten Abfallstoff Ammoniak über ebenjene ausscheiden müssen. Eine Weile mag das gutgehen, doch auf lange Sicht zahlen die Nieren den Preis.

Jetzt bieten dieselben Hersteller, die einst Futter mit überhöhtem Proteinanteil vermarktet haben, "rettende" Vet-Linien mit niedrigem Proteingehalt an. Ein geschickter Schachzug, zweifellos, aber warum durchschaut niemand dieses Spiel? Bei Bubeck haben wir uns stets für ein natürliches Proteinlevel im Hundefutter entschieden und sehen uns nicht genötigt, mit teuren Vet-Linien nachzusteuern. Es ist ein zynischer Kreislauf: Zuerst macht man die Tiere krank, und dann verkauft man das Heilmittel.

In einer Welt, in der jeder meint, ein Experte zu sein, und Hundefutter-Startups schneller aus dem Boden schießen als Unkraut im Frühling, sollte man nicht vergessen, auf wen man sich wirklich verlassen kann. Bubeck steht seit 130 Jahren für Qualität und Expertise in der Herstellung von Hundefutter. Stellen wir uns vor, wir hätten die Wahl zwischen einem Handwerksmeister und einem Lehrling für die Reparatur eines undichten Dachs: Wer von beiden würde uns ein Gefühl der Sicherheit geben? Die Antwort liegt auf der Hand. Genauso verhält es sich mit der Ernährung unserer treuen Vierbeiner. Vertrauen ist kein Produkt von Wochenendseminaren oder gut gemeinten Geschäftsideen. Es ist das Ergebnis von Generationen an Erfahrung, Forschung und einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse unserer Hunde. In Zeiten von flüchtigen Trends und schnellem Gewinnstreben, lasst uns nicht vergessen, wem wir das Wohl unserer Hunde anvertrauen. Wählt Weisheit und Bewährtes über das Neue und Unerprobte. Denn am Ende des Tages ist die Gesundheit unserer Hunde kein Experimentierfeld für Markteinsteiger ohne tiefgreifendes Verständnis.

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

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