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04.10.19

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Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Kastration bei Katzen?

Nicht alle Katzen haben das Glück, ein glückliches Leben bei tollen Menschen zu führen. Im Gegensatz zur geliebten Hauskatze gibt es viele Artgenossen, die krank und voller Not ein Leben abseits von Kratzbaum, Katzentoilette und Kuscheldecke führen müssen. Um dieses Elend und die dadurch entstehenden Krankheiten einzudämmen, sind Katzenschutzorganisationen lange schon am Werk, alles dafür zu tun, die Population zu kontrollieren. Neben der Rettung und der Behandlung von Krankheiten sind Impfung und Kastration die wichtigsten Angelegenheiten im Katzenschutz.

Sterilisation vs. Kastration

Es gibt zwei Operationsmethoden, um die Fortpflanzung bei Katzen zu verhindern. Nebenher sind auch orale Verhütungsmittel („Pille“) oder Verhütungsspritzen für weibliche Katzen im Einsatz, wobei diese aber keine Garantie geben. Versäumen Halter die regelmäßige Gabe, kommt es dennoch zu Nachwuchs, weswegen eine dauerhafte Lösung für alle – Mensch und Tier – am günstigsten, am einfachsten und am sichersten ist.

Bei der Sterilisation werden beim Kater die Samenleiter, bei der Kätzin die Eileiter durchtrennt. Dieser Eingriff ist nicht so aufwändig, wie eine Kastration, verhindert auch den Nachwuchs, doch die natürlichen Fortpflanzungstriebe bleiben hiervon unbehelligt. Der Kater streunt durch ein großes Revier, um eine rollige Katze zu finden. Er markiert sein Revier und lässt das Rivalitätsgehabe gegenüber vermeintlichen Konkurrenten nicht bleiben. Die weibliche Katze wird nach wie vor rollig und will sich paaren – lässt sich auch decken, allerdings ohne trächtig zu werden.

Bei der Kastration werden beim Kater die Hoden, bei der Katze die Eierstöcke (und die Gebärmutter) entfernt. Damit endet jeglicher Geschlechtstrieb bei den Stubentigern. Bei rechtzeitiger Kastration werden die kleinen Kätzchen oft gar nicht mehr fortpflanzungswillig – bei älteren Tieren dauert es etwas, bis das Verhalten sich ändert.

Empfohlener Zeitpunkt für die Kastration

Die klare Empfehlung aller Tierärzte und Tierschutzorganisationen für die Kastration von Katzen lautet: So früh, wie möglich. Die Geschlechtsreife bei Katzen setzt zu unterschiedlichen Zeiten ein. Ein einflussnehmender Faktor ist zum Beispiel der Zeitpunkt der Geburt eines Kätzchens – die Wintermonate können die Geschlechtsreife verzögern.  Auch die Rasse spielt unter Umständen eine Rolle – langhaarige Katzen werden später „erwachsen“, als kurzhaarige. Sehr viel Einfluss auf die Geschlechtsreife hat auch der Gesundheitszustand. Ein Katzenbaby, das mit der Mama in einer Wohnung behütet und wohl genährt aufwachsen darf, erreicht die Fortpflanzungsfähigkeit eher, als das arme Tier, das in einem Rudel kranker, schlecht gefütterter Hofkatzen das Licht der Welt erblickt.

Sobald die Geschlechtsreife eintritt, kann kastriert werden. Die Anzeichen für den Halter sind die erste Rolligkeit bei der Katze, die mit zunächst befremdlichem Verhalten des Tieres einhergeht. Die Katze wälzt sich dauerhaft auf dem Boden, rollt sich von einer Seite zur anderen, weswegen diese Paarungsbereitschaft ihren Namen erhalten hat. Mit erhobenem Hinterteil „bietet“ sie sich zur Deckung an und miaut dabei in kläglichsten Tönen. Beim Kater ist das Markieren in der Wohnung das wohl auffälligste Zeichen für die Geschlechtsreife. Der Urin riecht wirklich übelst intensiv, es werden auch Gegenstände angespritzt, wobei das Tier mit dem Hinterteil zittert und den Urin an Möbel, Sofas und Wände versprüht. Der Tierarzt, zu dem man ohnehin in den ersten Lebensmonaten einer Katze öfters muss, um den Impfschutz zu schaffen, wird über den besten Zeitpunkt zur Kastration genaue Auskunft geben können. Als grobe Richtlinie für einen Zeitpunkt: Der Kater kann mit etwa sechs Monaten schon kastriert werden – die Katze ebenfalls, abhängig von der ersten Rolligkeit.

  •  Egal, ob Sterilisation oder Kastration: Katzen müssen vor diesem Eingriff gesund und parasitenfrei sein, damit sie die Narkose gut überstehen und die Wundheilung nicht in Gefahr gerät.

Warum kastrieren?

Viele Studien haben belegt, dass der Vorteil der Kastration nicht unbedingt nur in der Verhinderung der Fortpflanzung liegt. Dadurch, dass die Katzen weniger triebgesteuerten Kontakt mit anderen Tieren haben, sinkt das Risiko von Erkrankungen beziehungsweise der Ausbreitung gefährlicher Infektionen. Man kann sogar davon ausgehen, dass sich die Lebenserwartung einer Katze durch die frühzeitige Kastration verdoppelt. In diese Berechnung fällt auch die Tatsache hinein, dass die Tiere deutlich weniger unterwegs sind, wobei die ansonsten wachsamen Jäger während der Paarungszeit auch unaufmerksamer sind. Die Gefahr, bei Verkehrsunfällen, aggressiven Revierstreitigkeiten und anderen Situationen verletzt zu werden oder zu sterben, sinkt deutlich.

Manche Katzenhalter sehen den wichtigsten Vorteil der Kastration in der Tatsache, dass die Kätzin nicht ehr rollig ist und folglich nicht mehr tagelang miaut – und der Kater einfach nicht mehr übelriechende Duftmarken setzen will. Außerdem binden sich kastrierte Samtpfoten deutlich intensiver an ihre Menschen und büchsen nicht bei jeder Gelegenheit aus. Tierärzte empfehlen die Kastration nicht zur Zucht gedachter Katzen und Kater übrigens auch aus dem Grund, dass hormonell verursachte Erkrankungen kaum noch eine Gefahr für das Katzenleben darstellen.

Katzen können in jedem Alter kastriert werden

Der Zeitpunkt, wann es am besten ist, eine Katze oder einen Kater kastrieren zu lassen und die tatsächliche Umsetzung des Vorhabens haben nichts miteinander zu tun. So wird eigentlich jede Samtpfote, die in einem deutschen Tierheim abgegeben wird, erst kastriert, bevor sie vermittelt wird – und das geschieht durchaus auch noch in fortgeschrittenem Alter, wenn es aus welchen Gründen auch immer vorher versäumt wurde. Wichtig ist lediglich, wie bereits angeschnitten, dass das Tier gesund ist und den Eingriff auch unbeschadet überstehen kann. So werden die geretteten Tiere erst einmal tiermedizinisch behandelt, entwurmt, in einen guten Ernährungszustand gebracht und geimpft und dann kastriert, bevor sie überhaupt in die weitere Vermittlung gehen. Jeder Cent, der an wirklich verantwortungsbewusste Tierschutzorganisationen gespendet wird, wird hierfür dringendst benötigt, denn die Zahl der freilaufenden, verwahrlosten und sich unkontrollierten Katzen in Deutschland ist besorgniserregend hoch, obwohl die Tierretter mehr der weniger Tag und Nacht über ihre Kräfte hinaus im Einsatz sind.

 


 

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

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