Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

20.02.19

weimaraner-1381186_1920c6aeb

Empfinden Hunde Empathie und haben sie wirklich ein Gewissen?

Hunden steht – zumindest nach menschlichem Empfinden – das schlechte Gewissen ins Gesicht geschrieben, wenn sie etwas angestellt haben. Für manche Hundebesitzer ist es deswegen unverständlich, wie Bello den 17. Schuh zerbeißen konnte, obwohl es die 16 Male vorher ja schon deutlichen Ärger dafür gegeben hatte. Die Folge des „Erwischt Werdens“ ist ein ängstlicher Blick, sind hängende Ohren, ein eingezogener Schwanz – je nachdem, wie groß das Donnerwetter ist, das der Hund in der jeweiligen Situation erwartet. So, wie Menschen schuldbewusst schauen und ein schlechtes Gewissen zeigen, wenn sie bei etwas Peinlichem, Verbotenem oder zumindest Fragwürdigem ertappt werden, interpretieren wir dieses Gefühl auch in das Verhalten des Hundes.

Experten gehen allerdings davon aus, dass Hunde kein Gewissen in dem Sinne haben, wie wir Menschen es kennen. Sie leben von Situation zu Situation und reagieren immer nur auf das, was sich ihnen gerade präsentiert. Der Schuh von Herrchen stand da so nutzlos und verlockend herum – es machte doch einfach nur Spaß, ihn ein wenig anzubeißen und darauf herum zu knabbern. Außerdem lenkt es von der schlimmen Einsamkeit so ganz alleine ohne Familie ab. Im Eifer des Gefechts vergisst der Hund dann schon einmal, dass man eigentlich striktes Verbot hat, etwas kaputt zu beißen. Doch nun öffnet sich die Türe, Herrchen oder Frauchen steht da – und sofort erkennt Bello, dass die Laune nicht zum Besten ist. Innerhalb von Sekunden Bruchteilen reagieren wir Menschen auf unser Umfeld – und ebenso schnell erkennt ein Hund den Wechsel einer Stimmung, sieht eine Veränderung der Mimik, eine Geste und so weiter. In kürzester Zeit treten oben sowohl erkennbarer Ärger beim Halter und die genannten Anzeichen von Angst beim Hund auf – er wird automatisch beschwichtigen, um einer Predigt oder vielleicht einer Strafe doch noch zu entgehen. Beim nächsten Mal kann es aber dennoch durchaus passieren, dass wieder ein Hausschuh, Gartenclog oder der am Abend schnell ausgezogene Damenpumps ein Opfer der Knabberlust des Hundes werden. Und genauso zwangsläufig kommt auch dann wieder die Furcht vor der Reaktion der Hundehalter, wenn man dann wieder ertappt wird.

Selbständige Gefühlsreaktionen von Hunden zu erwarten, ist also eher vergebliche Mühe. Zur direkten Empathie sind Hunde nicht fähig, ebenso zum komplizierten Komplex, ein Gewissen zu zeigen. Dass unser vierbeiniger Schatz sofort angerannt kommt, wenn wir zu Tode betrübt, weinend irgendwo sitzen, liegt nicht daran, dass der Denkprozess „Meinem Menschen geht es schlecht, ich muss ihn trösten!“ beim Hund stattfindet. Er reagiert auf unsere Körpersprache mit seinem Wunsch, dem Menschen zu gefallen und gibt dabei alles, um gefällig zu sein. Er gibt Pfötchen, kuschelt und leckt die Tränen ab, sucht intensiv Aufmerksamkeit und Nähe. Wir Menschen missverstehen dies als Mitleid. Ebenso strahlen wir Menschen aber auch über unsere Körpersprache Freude aus – einzig logische Reaktion des Hundes: Er freut sich mit, wedelt, springt, tollt herum. Signalisieren wir Hundehalter Entspannung, passt sich auch der Hund an: Er legt sich auf seinen Platz oder in Menschen’s Nähe und ist – bis zum nächsten Impuls, den wir aussenden, beruhigt und zufrieden. Das Wissen darüber, dass Experten behaupten, Hunde sind nicht zu eigenständigen Gefühlen und direkter Empathie fähig, soll uns aber nicht weiter bekümmern; wir genießen es, dass die treuen Seelen einfach für uns da sind, wann immer wir sie brauchen. Und im besten Fall das Gleiche auch an sie zurückgeben.

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

Der BUBECK Blog

Wissen rund um Hunde, Katzen und gesunde Ernährung

Produkte filtern

bubeck-hund-igel05703

Das letzte Mal Pipi machen darf der familieneigene Vierbeiner immer im eigenen Garten. Dann ist Nachtruhe und alle können gemütlich schlafen gehen. Die Terrassentüre fest im Blick, sitzt der Hund schon parat – angespannt, freudig wedelnd. Kaum ist die Tür

bubeck-labrador-schwimmt998f4

Ein zitterndes Häufchen Elend, schlotternd vor Angst guggt mit vor Angst weit geöffneten Augen unter der Eckbank hervor. Der Hund hat begriffen, dass es in die Badewanne gehen soll. Das hasst er, wie die Pest und würde alles geben, sich nun in Luft auflös

bubeck-bernhardiener-wintereb05c

Schön ist er, so ein Spaziergang im Winter, sofern eine geschlossene Schneedecke die Landschaft verzaubert und nicht gerade Schneematsch und Nässe das Bild bestimmen. Allerdings muss man einiges beachten, wenn die kalte Jahreszeit auch für den Hund ohne w

bubeck-m-nsterl-nderac89e

Der Münsterlande ist als Familienhund etwas aus der Mode gekommen. Viele „modernere“ Hunderassen haben ihn in der Rangliste weit überholt. Bei Jägern und Menschen mit einem aktiven Alltag ist die Rasse jedoch nahezu perfekt, sofern man an der Erziehung ar

bubeck-hund-licht727e0

Bereits, wenn sich Menschen junge Tiere ins Haus holen, wissen, sie, dass die Lieblinge in der Regel nicht mit ihnen gemeinsam alt werden, sondern die Zeit des Zusammenlebens begrenzt ist. In diesen Jahren gewinnt man sein Tier so lieb, dass der Abschied

bubeck-labrador-waldeb340

Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit und schon ist es passiert: Trotz Halsband und Leine geschieht es manchmal, dass ein Hund sich selbständig macht und wegläuft. Eine Lücke im Zaun, eine versehentlich offen gelassene Türe oder der schnelle Hund beim Öffn

bubeck-zwergschnauzer-waldd8eb2

Beides sind der modernen Technik zu verdanken und bringen für Hundehalter viele Vorteile mit sich: Der Mikrochip und sogenannte GPS Tracker. Es macht durchaus Sinn, jedes (frei laufende) Haustier mit einem Mikrochip zu versehen, doch braucht man auch für

bubeck-hund-wohnung6b2dd

Mit zeternder Stimme redet eine Dame auf ihren Hund ein, der gerade macht, was er will und partout nicht gehorchen möchte. Gleich um die Ecke begegnet einem ein Gespann aus Mensch und Hund, bei dem der Hund die Leine führt und der Halter nur zusieht, dass