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10.09.19

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Der Berner Sennenhund im Kurzportrait

Ein sonniges, gutmütiges Wesen begleitet beim Berner Sennenhund ein Haustier von durchaus beachtlicher Größe. Die Tiere bringen Begabungen für das Fährtensuchen mit, können im Hundesport eingesetzt werden und eignen sich bestens als Familienhunde. Leider erreichen die meisten Berner Sennenhunde ein Höchstalter von gerade einmal 6 bis 8, seltener 10 bis 12 Jahren. In dieser Zeit sind sie aber friedfertige und loyale Begleiter, die mit ihrem Besitzer durch dick und dünn gehen.

Wie man sich aus dem Namen herleiten kann, stammt der Berner Sennehund aus der Schweiz, und zwar geht seine Geschichte wirklich auf den Kanton Bern zurück. Hier liegt der Ort Dürrbach, die der Hunderasse auch ihren ursprünglichen Namen verlieh – noch heute existiert der 1907 gegründete Dürrbach-Club, das Tier hieß anfänglich „Dürrbächler“. Nicht zu verwechseln ist der Berner Sennenhund mit dem Schweizer Sennenhund, einem sehr ähnlichen Zeitgenossen, mit einigen abweichenden Rassemerkmalen – etwa einem kürzeren Fell.

Die Dürrbächler sind, wie die meisten großen Hunde, durchaus von HD Erkrankungen betroffen. Interessierte Käufer sollten sich über dieses Thema ausführlich mit dem Züchter unterhalten. Sollte bei einem Tier diese Krankheit auftreten, ist es wichtig, auch den Hundezüchter davon zu unterrichten, damit dieser weitere Verpaarungen dieser Art unter Umständen vermeiden kann. Ebenfalls neigen Berner Sennehunde zu Nierenerkrankungen, die oft sehr spät erst festgestellt werden. Ein jährlicher Routinecheck beim Tierarzt hilft dabei, die Früherkennung durchzuführen und rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Das Aussehen der Berner Sennenhunde

Der Berner Sennen Rüde erreicht ein Schultermaß von 65 bis 70 cm, die Hündin ist mit maximal 65 cm nur wenige Zentimeter kleiner. Männliche Tiere können bis zu 50 Kilogramm wiegen, die Weibchen sind auch hier nur 2 -3 Kilo leichter – eine angemessene Fütterung natürlich wie immer vorausgesetzt. Ihre Farbe ist in Fachkreisen als Black Tri bekannt; eine Mischung aus Weiß, Schwarz und rötlich-braunen Fellpartien. Typisch sind die weiße Brustpartie und ebenfalls weiße Pfoten, während die ansonsten vorherrschende Fellfarbe Schwarz ist. Die hängenden Ohren liegen ähnlich wie beim Labrador weit hinten am Kopf an. Vor allem an den Ohren, am Schwanz und im Brustbereich ist das Fell noch etwas länger, als am restlichen Körper.

Das Wesen der Berner Sennenhunde

Abgesehen von den bedauernswerten Opfern falscher Haltung, die auch aus dem liebsten Hund ein Angsttier mit Aggressivität und Beißwut machen kann, sind Berner Sennenhunde durchweg gutmütige Zeitgenossen, die man auch nicht so schnell aus der Ruhe bringen kann. Wohl aufgrund ihrer Größe sind sie sehr selbstbewusst und zeigen kaum Angst, egal, ob vor fremden Personen oder anderen Tieren. Ihre Wachsamkeit ist ausgezeichnet, was sie jedoch nicht zu minutenlangem Bellen animiert. Ein kurzes Melden der Neuigkeit und schon ist die Sache für sie erledigt, zumindest, wenn der Halter eine Reaktion zeigt. Die intelligenten Hunde wollen gerne spielen und sich bewegen, lieben ausgedehnte Spaziergänge und finden sich auch im Wasser gut zurecht.

Es ist nicht nötig, einen Berner Sennenhund dauerhaft zu beschäftigen und zu bespaßen, wenngleich er es auch nicht mag, allzu lange alleine zu bleiben. Er wird sich ab und an ein gemütliches Plätzchen suchen, um die Umgebung aus sicherer Entfernung zu beobachten, ist aber auf ein kurzes Zurufen sofort dankbar für jede Form der Zuneigung und Aufmerksamkeit. Der etwas behäbige Eindruck erwachsener Tiere täuscht: Die Hunde sind belastbar und ausdauernd und zeigen zum Beispiel als Fährtenhunde auch gute Einsatzmöglichkeiten.

Die Erziehung vom Berner Sennenhund

Wie alle Hunde gehört auch der Berner Sennenhund in eine fundierte Erziehung geleitet, die ein Leben lang zum Alltag wird. Die Tiere lernen schnell und sind in der Regel sehr gehorsam und lassen sich gut führen. Dennoch muss man den großen Hunden die Grundkommandos näherbringen und ihnen liebevoll und geduldig erklären, wer das Sagen hat. Das Ergebnis ist ein perfekt leinenführiges Tier, mit welchem man jede Situation perfekt absolvieren kann. Die Entscheidung, welche Bereiche dem großen Hund zugänglich sein sollen oder nicht, muss jeder Halter für sich selbst treffen – es kann problematisch werden, den Berner Sennenhund als Welpen in das Bett oder auf die Couch zu lassen und später zu fordern, dass er dieses Verhalten von selbst wieder ablegt, wenn er zu groß geworden ist. Sind die Faktoren für ein respektvolles Zusammenleben beiderseits geklärt, haben die Besitzer anhängliche und loyale Hunde, die jede Sekunde treu sind.

Fütterung und Fellpflege

Mit einem kleinen Döschen Nassfutter oder einer Handvoll Trockenfutter ist ein Berner Sennenhund nicht satt zu bekommen. Wer sich einen Hund in dieser Größe zulegt, weiß aber auch, dass die Ernährung für das ganze Hundeleben einige Euro verschlingen wird. Bei einem Körpergewicht von nahezu einem Zentner sind die Portionen einfach naturgemäß etwas größer. Dennoch darf man keinesfalls den Fehler machen, die Hunde dick werden zu lassen. Im Welpenalter – bis der Hund ausgewachsen ist – muss Welpenfutter gegeben werden, danach ein geeignetes Erwachsenenfutter. Beides dosiert man am besten nach den Angaben auf der Verpackung, abhängig vom Körpergewicht. Das kleine Leckerli zwischendurch muss nicht unbedingt berücksichtigt werden. Steht aber ein Tag mit intensivem Üben oder Training an, sollten die Belohnungen großteils von der Futterration abgezogen werden. So ist gewährleistet, dass das Haustier keine überflüssigen Pfunde ansetzt, die ihm (und seinen Gelenken) das Leben schwer machen. Die Futterration verringert sich übrigens mit zunehmendem Alter und nachlassender Aktivität.

Die Fellpflege hält sich beim Berner Sennenhund trotz seiner längeren Haare in Grenzen, zumindest im Vergleich zu anderen Rassen. Sicher schadet es nicht, mehrmals in der Woche das Fell zu bürsten, um Verfilzungen vorzubeugen – doch ansonsten ist nur beim Fellwechsel intensive Pflege angesagt. Gebadet wird nur im Notfall und das bitte nur mit Produkten, die für den pH Bereich des Tieres geeignet sind, also nicht mit menschlichen Seifen, Duschbädern oder Shampoos. Die Schmuseeinheit beim Bürsten, die zugleich einer Kontrolle auf Parasiten oder Verletzungen dient, wird der gutmütige Kumpel besonders genießen.

Nach Spaziergängen in freier Wildbahn schadet es nicht, die Pfotenballen und die Krallen auf Blessuren zu überprüfen und gegebenenfalls zu handeln. Ebenso sollte nicht nur das Futter auf Zahngesundheit ausgerichtet sein, sondern der Hund es auch tolerieren, wenn regelmäßig Zähne geputzt werden.

Was kann ich mit dem Berner Sennenhund unternehmen?

Der Berner Sennenhund ist mit dem Leben als Familienhund durchaus zufrieden, wenn er ausreichend Aufmerksamkeit, Spiel und Bewegung – im Garten oder beim Spazierengehen - zugedacht bekommt. Die Fähigkeiten der Tiere sind damit aber längst nicht ausgereizt. Nicht jeder Hundehalter wird sich dem Talent seines Tieres zufolge im Fährtenlesen probieren oder den Hund als Zughund vor einen Schlitten oder Wagen spannen. Im Hundesport sind die Tiere nur zum Teil gut aufgehoben – Agility im privaten und nicht leistungsorientierten Bereich ist durchaus erlaubt, doch bringen sie in der Kategorie Obedience hervorragende Leistungen. Berner Sennenhunde lassen sich auch als Begleithunde für Personen mit Handicap ausbilden, finden aber deutlich öfter Verwendung als Rettungshunde, auch in Katastrophengebieten.

 


 

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

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