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11.09.19

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Cane Corso Italiano - Herkunft und Geschichte

Auch begeisterte Hundefans sind oft überrascht, wenn sie zum ersten Mal auf den Namen des Cane Corso Italiano treffen – andere Hunderassen sind deutlich geläufiger und als Haustiere dementsprechend auch beliebter. Während man also bei einem Bernhardiner oder Dackel genau weiß, wie diese Hunde zu beschreiben sind, fällt dies beim Cane Corso Italiano den meisten Menschen schwer.

Die genaue Entstehungsgeschichte des Vierbeiners ist bis heute nicht eindeutig nachzuvollziehen. Ganz sicher ist jedoch, dass es sich um eine uralte Hunderasse handeln muss, die bereits bei den Römern gehalten wurde. Skulpturen und Abbildungen aus diesen Zeiten zeigen Hunde, die dem Cane Corso Italiano unheimlich ähneln. Sehr wahrscheinlich gehört der Molosso Romano zu den Vorfahren des heutigen Hundes. Gehalten wurden die Tiere damals von Landwirten und im Krieg – als Wachhunde für Rinder, als Zughunde für Lastenkarren, als Jagdhund etc. Viele Hunde waren längst in der Beliebtheit weit vor dem Cane Corso Italiano – das reichte bis zu einem gerade noch verhinderten Aussterben der Rasse. Ab den 1970ern jedoch bemühten sich Züchter wieder um diesen Hund, mit dem Erfolg, dass (relativ spät in der Geschichte der Hundezucht) auch für den Cane Corso Italiano dann endlich im Jahr 1996 ein Rassestandard festgelegt wurde.

Das Aussehen des Cane Corso Italiano

Ein männliches Exemplar des Cane Corso Italiano kommt im Widerrist auf eine Endgröße von bis zu 68 cm und ein Gewicht von an die 50 Kilogramm. Das Weibchen ist mit 64 cm Größe etwas kleiner und mit Idealgewicht 45 Kilo auch etwas leichter. Das Fell dieser Hunde ist durchweg kurz und glatt. Es gibt ihn in drei unterschiedlichen Grautönen, in Schwarz, Hirschrot und falbfarben. Auch gestromte Züchtungen sind bekannt. Bezeichnend für die Hunderasse ist die Maske im Gesicht (grau oder schwarz), die allerdings nicht über die Augen reichen darf.

Nur wenig übersteigt die Körperlänge des Cane Corso Italiano seine Körperhöhe. Dadurch wirkt er bullig und kompakt. Zwischen Widerrist und Gesäßregion oberhalb des Schwanzes (Kruppe) liegen einige Zentimeter Höhenunterschied. Die Rute fällt in der Körperlinie leicht ab. Der Brustkorb ist breit und reicht bis zu den Ellenbogen, was dem Hund einen sehr stämmigen Ausdruck verleiht. Auch der Schädel ist sehr breit. Die hängenden Ohren haben Dreiecksform und setzen hoch oben am Jochbogen an. Insgesamt könnte man das Aussehen schon fast als wuchtig beziehungsweise bullig bezeichnen, in Wahrheit ist der Cane Corso Italiano aber ein strotzendes Muskelpaket mit sehr ausgeprägten Körperzügen und starken Gliedmaßen.

Der Charakter des Cane Corso Italiano

So gefährlich, wie der Cane Corso Italiano vielleicht auf den ersten Blick wirkt, ist er eigentlich gar nicht. Gegebenenfalls muss man dies dem Briefträger, der neu in den Bereich kommt, auch erst erklären, dass die Optik und der Charakter dieser Hunde ein wenig auseinander driften. Gemäß seiner Veranlagung als Wachhund passt er auf Haus und Hof, noch mehr aber auf seine Menschen auf und muss deswegen klar erzogen werden. Allem Unbekannten gegenüber verhält sich der Hund distanziert und wachsam; verhält sich aber gelassen und bleibt ruhig, wenn er keinen weiteren Anlass zur Sorge erkennt.

Hier ist es am Halter, ihm die Wachsamkeit und seinen maßvoll Schutztrieb zu gestatten, jedoch sein Verhalten kontrollieren zu können. Gut erzogen, folgt der Cane Corso Italiano auf kleinste Kommandos und innerhalb von Sekundenbruchteilen. Wichtig ist es, ihm im Rahmen der ersten Ausbildung als Welpe bereits ein adäquates Sozialverhalten beizubringen. Dann wird man einen wachsamen, aber kontrollierbaren und im Benehmen sehr angenehmen Hund an seiner Seite haben. Unterbleiben Sozialisierung und Erziehung, wird der Schutztrieb sehr deutlich zum Tragen kommen und unter Umständen zu einer dauerhaften Problematik entarten.

Intelligent und lernbereit ist der Cane Corso Italiano in jedem Fall. Sollte ein Jagdtrieb auftreten, lässt dieser sich aberziehen. Das Leben als liebevolle Zierde neben dem Fernsehsessel liegt dem Hund nicht – er braucht Bewegung und auch Beschäftigung – er liebt das Wasser, das Wandern, kann mit zum Joggen oder Radeln genommen werden und erledigt bei gutem Training  Aufgaben im Obedience Hundesport mit ansehnlichen Erfolgen.

Das Leben mit dem Cane Corso Italiano

Auch, wenn dieser Hund als Wachhund beste Dienste leistet, ist er im Zwinger, an der Kette oder als Hofhund nicht in einer artgerechten Haltung untergebracht. Er braucht Anschluss an „seine Menschen“ und ein gewisses Maß an Zuspruch und Zuneigung. Jeden Tag stattfindende Gewaltaktionen müssen gar nicht sein. Sportliche Menschen, die ihren Hund mit zum Wandern, Walken oder Radfahren nehmen, sind die idealen Halter für einen Cane Corso Italiano. Dazu noch etwas geistige Beschäftigung – und schon ist der Hund sein Leben lang glücklich.

Die Fellpflege ist kaum ein Thema bei diesem Haustier. Die kurzen Haare sind pflegeleicht und fallen nur beim Fellwechsel verstärkt aus. Nichtsdestotrotz genießen die Hunde die antrainierte Massageeinheit mit einer Bürste, die auch der Kontrolle auf Verletzungen beziehungsweise Hautprobleme und Zecken oder Flöhe dienen kann. Feste Termine sollte es für Krallen und Pfotenballen geben. Darüber hinaus muss die Zahnpflege zum Erhalt der Lebensqualität auf dem Programm stehen. Regelmäßige Besuche beim Tierarzt zum Entwurmen, Impfen und Routine Checkup sind ohnehin in einem Hundeleben immer wieder Pflicht.

Um einem Cane Corso Italiano gerecht zu werden, braucht es Kraft und Fitness beim Halter. Für Senioren, Gehbehinderte, recht schmächtige Personen oder Kinder ist der große, schwere Hund nicht unbedingt geeignet. Als Molosser Nachfolger könnte der Cane Corso Italiano von örtlichen Gesetzen in Bezug auf die Haltung betroffen sein, weswegen man sich unbedingt vor der Anschaffung über die Bestimmungen erkundigen muss. Deutlich seltener, als Schäferhund und Co. findet der Italiener seine Verwendung übrigens auch als Polizeihund, zum Beispiel zum Fährtenlesen.

Fazit: Der Cane Corso Italiano ist kein Hund für schwache Nerven oder nicht-athletische Menschen. Er braucht einen starken Halter, der ihm auch die nötige Erziehung angedeihen lässt. Sportlich aktive Halter sind am besten für diesen Muskelpack, der aber ein händelbares Gemüt zeigt, sofern er gut sozialisiert und konsequent erzogen ist.

 


 

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

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