Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

13.03.11

Brief von Paul Kult

Wenn ich vom Wolf abstamme, wovon stammt dann eigentlich mein Futter ab? Der Mensch stammt vom Affen ab, warum ernährt er sich dann auch nicht so?

Es gibt Fragen, die sich Hunde noch seltener stellen als Menschen. Lasst uns trotzdem mal darüber reden! Zum Beispiel über das Mysterium gesunder und vor allem artgerechter Fütterung mit frischem Fleisch, inklusiv 80% (!) Proteinanteil.

Die „viel-hilft-viel“ Theoretiker der Frischfleisch-Fraktion bestehen ja nun mal darauf, dass ich als Abkömmling des Wolfes – mit ein paar tausend Jahren zwischenzeitlicher Weiterentwicklung – auch gefüttert werden müsste wie meine Ahnenväter- und Mütter. Also die volle Ladung pures Protein, am besten 40% von ganz praktisch nur möglichen rund 20% Proteinanteil im normalen Frischfleisch. Für die, die nachrechnen wollen oder noch ein „Was ist Was“ Erklärbuch im Kinderzimmer haben: Hauptbestandteil von frischem d. h. nicht getrocknetem Fleisch ist üblicherweise Wasser mit rund 70% Anteil. Und erst dann kommt das uns bekannte Protein, better known as „Eiweiß“ mit 20 bis 25 % Anteil ins fleischliche Spiel. Also: Frischfleisch mit 40% Proteinanteil hat Mutter Natur nicht im Angebot. Auch nicht zu Zeiten sich selbst gesund ernährender hyperaktiver Wölfe im täglichen Überlebenskampf.
Außerdem hatte mein Urahn – in der Tat ein Fleischfresser, der aber auch nicht die mit Grünzeug gut gefüllten Mägen seiner Lieblingsbeute weggeworfen oder verschenkt sondern lustvoll mit verspeist hat und auch Pflanzen als Notnahrung nicht verschmähte, ein etwas anderes Tagespensum als ich. Energieverbrauch inklusive. Canis lupus hatte und hat bis heute für Nahrungssuche, Arterhaltung und Revierkämpfe etc. tägliche Laufstrecken von 20 und mehr Kilometern zu absolvieren. Das schafft unsereins als bester Freund des Menschen auch. Allerdings, rasseabhängig und in engem Bezug zur Agilität unserer Halter wahlweise in Zeiträumen zwischen einem Monat und einem kompletten Jahr und nicht mehr pro Tag. Times are changing, Gassi-Runden und damit verbundener Energieabbau bei uns Normalo-Hunden auch. Halten wir also fest: reine Frischfleisch Ernährung für normale Hunde als Heimtiere im Jetzt und Hier ist aus mehreren Gründen Mangelernährung:
Denn erstens fehlen die bei der Wolfsnahrung sinnvollen sonstigen wichtigen Bestandteile z. B. frisch gerissener Hasen, Fasan, Ziegen, Rehe und wegen mir auch Rinder bzw. Büffel. Und die schicke Verpackung inklusiv teilweise mit verzehrten Haut und Haaren und vor allem die leckeren Innereien mit ihren wertvollen pflanzlichen Inhaltsstoffen.

Und zweitens ist unsereins nicht mehr im täglichen Überlebenskampf im Dauerstress und Dauerlauf sondern lässt es deutlich gemächlicher angehen. Wie bei Euch: ein Bürositzer braucht auch deutlich weniger proteinhaltiges Kraftfutter als ein Eisenbieger oder Bauarbeiter. Normal!
Bleibt noch die spannende Frage, woher Hundefutter eigentlich kommt. In der Bibel ist darüber nix zu lesen. Was bedeutet, es ist eine – auf die Gesamtgeschichte canider Nahrungsaufnahme von zig tausend Jahren gesehen – ziemlich neue Erfindung. Denn fertiges Hundefutter als Produkt gab es bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein so gut wie gar nicht. Haus-, Hof-, Begleitschutz- und Jagdhunde im Sinne menschlicher Nutztierhaltung aber schon deutlich früher. Der Hund bekam als Futter eben lange Zeit das, was der Mensch ihm übrig lies oder zuwies. Also vieles von dem, was für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet erschien oder schlicht übrig war: ESSENSRESTE!

Schlachtabfälle, abgenagte Knochen, faulige Fleischreste, altes Brot, runzelige Kartoffeln, matschiges Obst und Gemüse. Denn niemand, weder mächtiger König noch schmächtiges Bäuerlein, bewirtete seine Hunde - man ernährte sie nur! Mit dem, was man nicht mehr brauchte bzw. selbst nicht mehr verzehren mochte. Jahrhunderte wenn nicht gar Jahrtausende lange Mangelernährung zum Schaden der Hunde? Wohl kaum. Zumindest solange nicht, wie Salz, Zucker und Fett ebenfalls Luxusgüter der menschlichen Nahrungszubereitung waren, die nicht im Übermaß zur Verfügung standen.
Hundefutter im klassischen Sinne eines Herstellungsprozesses von geeigneten Nahrungsbestandteilen speziell für uns kam … insbesondere in seiner Frühphase d. h. seit 1893 von Bubeck! Denn dort wurde – wohl weltweit erstmalig – aus wertvollen Rohstoffen wie Frischfleisch und Ballaststoffen wie Getreide schon zu Kaiser Wilhelms Zeiten Hundefutter gebacken. Dabei diente der Backprozess damals vor allem der verlängerten Haltbarkeit. Aber schon zu dieser frühen Phase kamen keine Fleischabfälle geschweige denn minderwertiges Getreide oder andere menschliche Essensreste ins Bubecksche „Backfutter“ sondern bei regionalen Schlachtern und Landwirten beschaffte vernünftige lebensmittelfähige Grundzutaten. Das war man der in jenen Tagen schon wohlmögenden und bedeutsamen Kundschaft schuldig. Denn als Erste profitierten die Jagdhunde des württembergischen Hochadels wie auch die Wachhunde der frühindustriellen Gründerfamilien von der wertvollen Bubeck Hundenahrung. Die Adelshäuser haben über diese lange Zeit an gesellschaftlicher Bedeutung zwar verloren, aber dafür sind einige andere damalige Kunden von Bubeck – inzwischen überwiegend ohne eigenes canides Wachpersonal - wirtschaftlich weiter prächtig gediehen und erfreuen sich echten Weltrufes. Zum Beispiel Unternehmen wie Bosch und Carl Benz.

So, das wäre zumindest schon mal klar gebellt. Euch allen einen großen Napf oder Teller voll lecker Futter und reichlich Auslauf!
Euer

Merken

Über den Autor

Kai Nagel – Geschäftsführer bei R.Bubeck & Sohn

Kai Nagel ist Geschäftsführer der ältesten Hundefutter-Manufaktur der Welt, Bubeck, die seit 1893 besteht. Geboren in eine Familie mit einer tiefen Verwurzelung in der Landwirtschaft und der Tierernährung, bringt Kai über 50 Jahre Erfahrung und ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Hunden mit. Seit die Familie Nagel die traditionsreiche Firma 1982 übernommen hat, setzt Kai die Vision fort, hochwertige Hundefutterprodukte zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden von Hunden fördern. Mit seiner Leidenschaft für die Tierernährung und seinem umfangreichen Wissen teilt Kai in seinen Blogartikeln wertvolle Tipps und Einblicke, um Hundehaltern zu helfen, die bestmögliche Ernährung für ihre Vierbeiner zu finden. Bubeck füttert die Hunde!

Der BUBECK Blog

Wissen rund um Hunde, Katzen und gesunde Ernährung

Produkte filtern

bubeck-hund-hausd798a

Viele Fragen muss man sich ehrlich beantworten, wenn man plant, sich einen Hund anzuschaffen. Neben der finanziellen Situation – ein Hund will fressen, braucht Spielzeug und Co. und muss auch zum Tierarzt – sollte der Zeitfaktor eine wichtige Rolle spiele

bubeck-katze-augen9c9fe

Meistens wird eine Katze in eine Situation hinein geholt, an die sie sich gewöhnt und in der sie ihren festen Platz hat. Nehmen wir zum Beispiel ein junges Pärchen, gerade in der ersten gemeinsamen Wohnung zusammen gezogen: Die Katze kommt als Vorläufer d

bubeck-d-nische-doggef2d95

Sieht man einen Hundebesitzer mit einer Deutschen Dogge spazieren gehen, mutet es manchmal an, als ginge der Hund mit seinem Herrchen oder Frauchen Gassi – und nicht umgekehrt. Dies ist dann der Fall, wenn die Erziehung des Tieres nicht zu 100 Prozent geg

bubeck-hund-spielzeugd0be7

Sie sind im Prinzip das Komplettpaket für den Hund, wenn es um Beschäftigung, Bewegung und Spiel geht: Tennisbälle sind beliebt bei Tieren und Haltern. Auf Tennisplätzen ist die Nachfrage nach den nicht mehr spielbaren Bällen denkbar hoch, denn die Hundeb

bubeck-hund-im-bett7502a

Manche Hundebesitzer können es sich gar nicht vorstellen, ohne ihren Hund auch nur eine Nacht zu verbringen – andere hingegen schüttelt es vor Ekel bereits beim Gedanken daran. Hundehalter untereinander, aber auch Menschen, die gar keinen Hund haben, dis

bubeck-pudel-welpend9291

Der Pudel an sich ist ein eher zarter Hund, den man aber nicht unterschätzen darf. Es gibt ihn in vier verschiedenen Größen: Den Toy-Pudel als kleinste Pudelart, mit einem Schultermaß von etwa 29 cm. Den Zwergpudel, der etwa 34 cm erreicht. D

bubeck-schweisshund9b87b

Mehr als Jagdhund, aber auch als Familienhund werden Bracken unterschiedlichster Herkunft als Arbeitshunde oder Haustiere gehalten. Diese Hunde sind bekannt für ihren Gehorsam, müssen natürlich aber konsequent und liebevoll erzogen werden, damit sie ihrer

bubeck-katze-tierschutz3bc7d

Im Fernsehen, in sozialen Medien – auf die Not mancher Tiere wird man quasi zu jeder Tageszeit hingewiesen. Wie auch die Notstände in der dritten Welt ist Tierschutz ein großes Thema, wenn es um das Einsammeln von Spendengeldern geht. Heute kann man per S