Haustier Hund: Das ABC der Vorbereitung und Haltung

Wie gerne vor allem manche Kinder doch einen eigenen Hund hätten. Doch darf man ein solches Tier nicht einfach blind anschaffen; es gehört eine Menge Vorbereitung dazu. Es ist nicht damit abgetan, eine Leine, ein Körbchen und einen Napf zu kaufen – weit gefehlt! Einige Tipps und Regeln für die Anschaffung eines neuen Haustieres sind im Folgenden zusammengefasst.

1.    Welcher Hund passt zu uns?

Hunderassen sind in ihren Charaktereigenschaften und Lebensgewohnheiten sehr verschieden. Von Natur aus kann also nicht jeder Hund für jede Familie beziehungsweise jeden Halter geeignet sein. Es gibt ein paar Klischees, wie etwa die ältere Dame mit ihrem Pudel und der Jäger mit seiner Bracke – doch muss man sich ansonsten grundlegend über die allgemeinen Eigenschaften einer Hunderasse informieren, um zu entscheiden: Können wir dem Hund ein gutes Leben bieten und wird er zum Alltag des jeweiligen Besitzers passen? Für einen großen Hund braucht man viel Platz, der kleine hat vielleicht einen gewissen Trotzkopf – manche Rassen brauchen viel Auslauf und andere sind eher „Couch-Potatoes“, die übermäßiges Joggen eher als lästig und viel zu anstrengend empfinden. Bei Mischlingshunden kann durch Analyse der beteiligten Rassen in etwa erahnt werden, wie agil, stur oder lernfähig ein Hund in seinem Leben sein wird. Diese Grundüberlegung, die weit von einer subjektiven Beurteilung der süßen oder wie auch immer gearteten Optik stattzufinden hat, ist eine der wichtigsten Etappen auf dem Weg zum eigenen Hund. Einen Beagle wegen seiner drolligen Schlappohren anzuschaffen, ist vielleicht ein Fehler – der Jagdhund hat, sofern er nicht festen Regeln untersteht, durchaus das Bestreben, eine Familie nach seiner Pfeife tanzen zu lassen; inklusive Jagdtrieb. So kann bei der Überlegung VOR dem Kauf der am besten geeignetste Hund für die jeweilige Lebenssituation gefunden werden. Übrigens: Auch über die Frage, ob ein Männchen oder ein Weibchen ins Haus kommt, sollte nachgedacht werden! Das Männchen hat – sofern nicht kastriert – vielleicht Angewohnheiten, die nicht erwünscht sind, ebenso wie eine läufige Hündin unter Umständen zu Problemen in der Nachbarschaft und im Alltag führen könnte.

2.    Woher bekommen wir unseren Hund?

Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten, an einen Hund zu kommen; nicht alle sind vom Tierschutz her gern gesehen. Letztendlich ist auch hier ausreichend Information erforderlich, um den richtigen Schritt zu gehen und keine Organisationen zu fördern, die sich an Hundewelpen oder Zuchttieren auf Kosten der Tiere bereichern.

a)    Züchter
Nicht alle Züchter sind schlechte Menschen, die ihre Tiere ausbeuten, um möglichst durch Masse und hohe Preise viel Geld zu verdienen. Dennoch sollte man sich einen Zuchtbetrieb ansehen und auch auf Details achten. Die Würfe von Hündinnen sind beispielsweise nach dem Alphabet gelistet. Das bedeutet, je weiter der Buchstabe ihres Wurfes im ABC vom A entfernt ist, umso öfter hat sie bereits Junge bekommen. Manche armen Kreaturen haben die letzte Geburt noch gar nicht richtig verarbeitet, wenn ihnen eine weitere Schwangerschaft schon zugemutet wird. Das muss man nicht unbedingt fördern. Ebenso sollte man aufmerksam darauf achten, wie die Hunde – Eltern und Welpen – gehalten werden, wie die Tiere an der Geburtsstätte behandelt werden und auch, in welchem Alter sie abgegeben werden. Rassehunde haben ihren Preis, der jedoch um einige hundert Euro pro Tier schwanken kann, je nach Intention des Züchters, Papieren und natürlich abhängig von der Rasse selbst.

b)    Tierheime
In Tierheimen erlebt man bei jedem Besuch das blanke Elend. Alte, kranke und vergessene Tiere betteln um Liebe und wollen nichts lieber, als ein schönes Plätzchen bei lieben Menschen ergattern. Mit Fug und Recht verlangen die Organisationen eine Schutzgebühr für die aus dem Tierheim geholten Tiere – damit nicht „jeder“ kommen und ein Tier für wer weiß welche Zwecke holen kann. Man behält sich auch das Recht vor, die neuen Tierhalter zu besuchen, um Haltungsbedingungen vor der Vermittlung zu besichtigen und danach zu kontrollieren.
Angst davor, einen wesensgestörten, anstrengenden Hund zu bekommen, hält viele Interessenten von einem Tierheimbesuch ab. Naturgemäß finden sich hier auch sehr selten Welpen, die man noch selbst erziehen kann. Doch auch ältere Hunde können mit viel Liebe und Geduld in den meisten Fällen sozialisiert werden – dankbarere Wesen wird man niemals finden. Je älter ein Hund im Tierheim natürlich ist, umso schwieriger ist die Vermittlung. Der vielleicht baldige Tod, hohe Tierarztkosten und das Geheimnis der Vergangenheit des Tieres halten die Interessenten vom Aufnehmen eines alten Hundes ab.

c)    Private Verkäufe
Die Mischlingshündin vom Bauernhof, die ungewollt Junge bekommen hat – ein Zeitungsinserat und die darauf folgende Vermittlung der Welpen: Das ist eine Chance, ein Tier günstig zu bekommen. Man muss sich klar sein, dass hier ein reinrassiges Tier kaum zu bekommen sein wird. Hier heißt es, die Augen offen zu halten und darauf zu achten, ob nicht ein getarnter Händler hinter dem scheinbar privaten Angebot steckt. Wird hier ein über die Futter- und Tierarztkosten hinausreichender Geldbetrag verlangt, ist dies bereits ein Anlass zur Skepsis – Entwurmung, erste Impfungen, Chip und Haustierausweis, eventuell noch ein bisschen Futtergeld: Mehr darf für einen Privatverkauf von Hundewelpen nicht verlangt werden; alles andere riecht sehr nach einem lohnenden Nebenverdienst.

d)    Auslandsvermittlungen
Über soziale Medien, Zeitungsannoncen und Online-Inserate werben Organisationen damit, Tiere aus dem Ausland vor dem sicheren Tod in Tötungsstationen zu retten. Viele Welpen und auch ältere Hunde kommen auf diese Weise nach Deutschland. Hier gibt es allerdings „Gute“ und „Böse“ – und jeder muss sich im Klaren sein, dass die Wege aus Spanien, Griechenland, Rumänien und Co. weit und beschwerlich für die Tiere sind. Zusammengepfercht in Kleintransportern, betäubt und völlig ängstlich müssen sie manchmal die Reise antreten. Das lohnende Ziel: Eine Familie, die den Rest des Lebens dafür entschädigt. Reinrassige Tiere, die angeblich als Straßenhunde gelebt haben und für Schnäppchenpreise von beispielsweise der Hälfte der in Deutschland üblichen Kosten für einen vergleichbaren Welpen angeboten werden: Das riecht nach Tiermafia, die man durch Käufe keinesfalls unterstützen sollte. Ein heikles Thema, das beim Kauf eines solchen Hundes viel Informationsaustausch, Recherche und Fingerspitzengefühl erfordert.

3.    Wer kümmert sich um was?

Wer als Single einen Hund als treuen Weggeführten sucht, weiß, dass er alle Verantwortung, Arbeit, alle Kosten, dafür aber auch alle Freude und Liebe alleine für sich verbuchen muss beziehungsweise darf. In einer Familie ist die Anschaffung eines Hundes eine Diskussionsrunde wert. Wer geht am Morgen, tagsüber und spät am Abend noch mit dem Tier spazieren? Wer füttert ihn, wer besucht die Hundeschule, wer geht zum Tierarzt und so weiter. Gerne versprechen Kinder alles – mit leuchtenden Augen und voller Freude auf ein Tier. Doch nach wenigen Wochen lässt die Begeisterung nach – dann ist es noch der beste Fall, wenn die Mama die alleinige Sorge für den Vierbeiner übernimmt. Nicht selten werden die Tiere aber wegen Überlastung und Überforderung im Tierheim abgegeben oder führen ein eingeschränktes oder gar verwahrlostes, trauriges Leben als „lästige Pflicht“. Allen Beteiligten muss klar sein, dass die Entscheidung für ein Haustier eine jahrelange Verpflichtung auf ganzer Linie bedeutet.

4.    Kosten, Kosten, Kosten

Auf den ersten Blick bedeutet die Anschaffung eines Hundes
-    den Preis für das Tier selbst
-    Kosten für Leine, Halsband oder Geschirr, Näpfe, Spielzeug, Bürste und Co.
-    falls nicht vom Züchter oder Tierheim erledigt, die Gebühren für Haustierausweis, Chip, Kastration oder Sterilisation (falls keine Zuchtabsichten bestehen)
-    Hundeschule
-    Eventuell sollte über eine Haustierversicherung nachgedacht werden – je nach Rasse ist eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung durchaus empfehlenswert.

Selbst beim teuersten Welpen ist das nur ein kleiner Betrag, bedenkt man die „Folgekosten“. Regelmäßiges Impfen, Entwurmen und das tägliche Futter sind über Jahre Basiskosten, an denen kein Tierhalter vorbeikommt. Artgerechte Nahrung, die dem Hund ein gesundes Leben ermöglicht, ist das A und O. Dazu kommen unter Umständen Tierarztkosten für Behandlungen diverser Erkrankungen – sei es ein Zeckenbiss, eine Unfallverletzung oder eine Krebserkrankung: Auch das gehört zum Leben mit einem Hund und kostet über die Jahre seines Lebens unter Umständen eine Menge Geld, das man auch übrig haben muss.

Was darf bei Hundehaltung nicht geschehen?

1.    falsche Haltungsbedingungen

Wer sich vor der Anschaffung eines Hundes diesen Artikel aufmerksam durchgelesen hat, kann eigentlich gar nicht Gefahr laufen, falsche Haltungsbedingungen zum Problem werden zu lassen. Wer jedoch blauäugig eine Hunderasse für sich aussucht, für die er nicht geeignet ist, mutet dem Tier einiges zu. Zum Beispiel: Ein Husky, ein Bewegungsfanatiker und Arbeitstier, wird in einer kleinen Wohnung gehalten und bekommt nur drei bis vier Mal am Tag die Möglichkeit, ein paar Minuten an der Leine mitten in der Stadt Gassi geführt zu werden – eine absolute Fehlentscheidung, die das Tier ein Leben lang quält. Nebenbei bemerkt kann aber auch eine falsche Fütterung dauerhaftes Leid bringen – Übergewicht macht Hunde krank, ebenso nicht artgerechte oder einseitige Ernährung.

2.    sehr lange Abwesenheit

Alle Familienmitglieder haben ihren Lebensrhythmus. Zwei berufstätige Eltern, Kinder, die Nachmittagsschule haben – schnell geschieht es, dass ein Hund von den frühen Morgenstunden bis zum Abend völlig sich selbst überlassen wird. Das Alleinsein verträgt kaum ein Hund wirklich gut; dazu kommt, dass er seine Notdurft verrichten muss oder aus Langeweile Dinge anstellt, die nicht erlaubt sind. Dann bekommt das Tier noch Schimpfe dafür, dass sich keiner wirklich um es kümmert. Wer voraussehen kann, dass der Hund viel Zeit alleine verbringen wird, sollte den Gedanken, sich ein Tier anzuschaffen, noch einmal grundlegend überdenken.

3.    unsteter Lebenswandel

Hunde brauchen Regelmäßigkeit und ihren „Burgfrieden“: Feste Fütterungszeiten, Kuscheleinheiten, Gassi-Runden und ausgedehntere Spaziergänge – beispielsweise mit einer Schichtarbeit und durchtanzten Wochenenden lässt sich das nur schwerlich vereinbaren. Auch bei solchen oder ähnlichen Lebensumständen ist ein Hund als Haustier eher nicht zu empfehlen. Wer dennoch seine Liebe an Tiere verschenken möchte, kann sich als Freiwilliger im Tierheim melden – hier freut sich mancher Vierbeiner über einen extra Spaziergang und eine Sonder-Kuscheleinheit und einen Freund, der wenigstens regelmäßig am Sonntagnachmittag vorbeikommt, um das Leben ein wenig lebenswerter zu machen!

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